Härtewanderung 2012

Hands ·  · 10.03.2012 ·  , ,

Bereits zum zweiten Mal durften wir Gast sein bei der Härtewanderung der Wiener Pfadfinder. Unter dem Motto „Wettlauf zum Pol“ wanderten wir knapp 35 km durch den südlichen Wienerwald. Mit dabei waren 6 erlesene Maxglaner Hands, selbst zubereitetes Pemmikan (Expeditionsnahrung) und weitere selbst gebaute, zum Motto passende Gegenstände. Nicht dabei waren laut Reglement Handy, Geld, GPS, sonstige Nahrung und alles, was sonst noch durch die Nacht helfen könnte.

 

100 Jahre ist es nun her, als sich der Norweger Roald Amundsen und Robert F. Scott aus Großbritannien einen gnadenlosen Wettlauf zum Südpol bereiteten. Ganz im Zeichen jenes Ereignisses stand die diesjährige „Härtewanderung“ Mitte März der Transdanubia-PfadfinderInnen aus Wien.

An dieser jährlich wiederkehrenden Zwei-Tages-Wanderung, bei welcher keine Straßen und Brücken benützt werden dürfen, können PfadfinderInnen ab 18 Jahren teilnehmen. Gewandert wird in Gruppen mit einer Größe zwischen 4 und 8 Personen. Das Ereignis stellt keinen Wettbewerb im klassischen Sinn zwischen diesen einzelnen Patrullen dar, sondern soll die Pfadfinderschwerpunkte intensiv erfahren lassen. Das Erleben der Gemeinschaft und das Erkennen eigener Grenzen ist ein ganz zentraler Bestandteil dieser Veranstaltung, welche sowohl körperliche aber auch geistige Leistung verlangt. Dementsprechend gibt es auch keinen ersten Platz und schon gar keine Verlierer. Immer wieder geben Gruppen auf, sei es wegen der körperlichen Strapazen oder Orientierungsschwierigkeiten. Jene Patrullen, welche den Weg ins Ziel schaffen, erhalten als Symbol kleine farbige Holzkugeln. Die rote Kugel ist Ausdruck dafür, dass die Wanderung bravourös gemeistert wurde.

Dieses Mal führte uns die Tour in den Wienerwald, in welchem wir diverse Stationen auffinden mussten, um dort „polare“ Aufgabenstellungen zu bewältigen. Rainer balancierte geschickt mit seinen aus Fichtenzweigen gefertigten Schneeschuhen über gefährliche Gletscherspalten hinweg. Bei der Rettung eines im Eis eingebrochenen Menschen konnten wir noch viel dazulernen, denn beim meist unterkühlten Opfer können auch nach dem Bergen bei falscher Behandlung plötzlich ernste Probleme auftreten. Interessant war auch das richtige Handhaben eines Sextanten für die Bestimmung der eigenen Position. Das Hundeschlittenrennen mit selbst gebauter Rodel war recht kraftraubend, da wir selbst die Hunde waren. Als Nahrung durften wir außer Trinkwasser lediglich selbst vorbereitetes Pemmikan mitführen. Pemmikan ist ein äußerst kalorienhaltiges Gemisch aus Dörrfleisch und Fett. Dieses benutzten Indianer Nordamerikas als Reiseproviant und Notration und diente später auch für Expeditionen als Energiespender. Gleich bei der ersten Station wurde penibel kontrolliert, ob wir uns auch tatsächlich an die Vorgaben hielten. Körper wurden abgetastet, Rucksäcke durchstöbert und jedes überzählige Utensil konfisziert.

Die Marschzeiten zwischen den Stationen waren recht sportlich bemessen, außerdem besteht generell die Vorgabe, keine Straßen oder Brücken zu benutzen. Vor allem in der Nacht wurde das Orientieren schwierig, da unsere einzig erlaubte Lichtquelle – eine Karbidlampe, wie sie auch von Höhlenforschern verwendet wurde – nicht recht in Gang kam und bei dem ziemlich starken Wind auch immer wieder erlosch. Sei’s drum, um drei in der Früh erreichten wir das Nachtlager. Dort durften wir Forellen am Feuer braten und uns für zwei Stunden von den Strapazen erholen. Am Folgetag fiel das Navigieren zwar leichter, die Beine waren jedoch schon müde und nach 33 km und insgesamt 1300 Höhenmetern erreichten wir unser Endziel der Wanderung: Ein Wirt in Gumpoldskirchen südlich von Wien. Wir (Joe, Michi, Armin, Rainer, Mäx und Felli) waren wirklich ein tolles Team und freuten uns natürlich sehr über die … rote Kugel.

felli

 

Eine Antwort auf “Härtewanderung 2012”

  1. Brigitta schreibt:

    Wir sind stolz auf euch, Burschen!!!!

Kommentar

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