Alois Prucker über die Errichtung des Roverkreuzes

Im Sommer 1960

Unser Roverbruder Felix Schoßleitner ist mit seiner Tante und Großmutter von einem Begräbnis im Innviertel mit dem Auto nach Hause gefahren. Zwischen Haidenöster und Ziegelhaiden (nördlich von Oberndorf) kreuzt die Landstraße die Strecke der Salzburger Lokalbahn. Felix überhörte die Signalpfiffe des herannahenden Zuges und es kam zum Zusammenstoß, bei dem alle drei Insassen getötet wurden. Den Schock, der bei uns allen ausgelöst wurde ist sicherlich vorstellbar.

Vor etwa fünf bis zehn Jahren erzählte mir Schurli sen. († 2012) wie er auf die Idee gekommen ist, damals ein Kreuz zu errichten: Er, als unser Roverführer, hat für uns eine Aufgabe gesucht, welche uns begeistert. Da kam er auf die Idee, ein Erinnerungsmal für unseren verunglückten Felix zu errichten. Er war ja, wie viele von uns damals, ein begeisterter Bergsteiger. Ich war unteranderem mit ihm und Gerhard Koppler († 2012) 1958 am Hohen Göll.

Der Untersberg, als Salzburger Hausberg bot sich dafür an. Robert Stöggl erbat vom Besitzer des Gebietes, Baron Mayr-Melnhof die Erlaubnis, auf der Vierkaseralm ein Kreuz zu errichten. Daraufhin begannen wir, die Roverrotte Maxglan, mit den Arbeiten. An vielen Wochenenden stiegen wir, mit Schlägel, Meißel, Sand und Zement beladen zur Vierkaseralm auf. Es mussten die fünf Löcher für die Halterung und die Abspannseile in den Felsen geschlagen werden. Jeweils 30 cm tief. Bei einem Großeinsatz 1962 wurden dann die beiden Kreuzbalken hinaufgeschleppt und oben zusammengesetzt. In besonderer Erinnerung diesbezüglich habe ich noch Gerhard Koppler und Gerhard Enzinger. Bepi Zauner schnitzte die Pfadfinderlilie am Stamm ein. Bei einer Festmesse weihte Pater Hartwig unser Werk ein. Es war das Gedächtniskreuz für unseren Felix.

Somit ist die Entstehungsgeschichte festgehalten, soweit sie mit bekannt ist.
Für mich war die Jubiläumsfeier 2012 ein einmaliges Erlebnis!

Gut Pfad

Alois Prucker