RaRo Sommerlager Litauen Lettland 2018

RaRo ·  · 11.08.2018 ·  ,

Nachdem alle anderen Stufen unserer Gruppe deren Sommerlager beendet hatten, waren nun auch die Ranger und Rover an der Reihe. In das Baltikum verschlug es uns diesmal, genauer gesagt entschieden wir uns im Vorfeld Litauen und Lettland unsicher zu machen.

Eine Zugfahrt die ist lustig eine Zugfahrt die ist schön. So trafen wir uns am Samstag, den 11. August um 06:30 Uhr am HBF Salzburg. Aufgrund des unschlagbar günstigen Preises bis Kaunas von unter fünfzig Euro nahmen wir die zweitägige Zugfahrt auf uns. Mit dem Wochenendticket der DB kamen wir wie geplant und ohne Verspätung bis nach Görlitz. Auch über die Grenze nach Zgorcelec in Polen. Hier war leider weder Ticketautomat noch Schalter vorhanden. Mit etwas ungutem Gefühl also in den Zug nach Wegliniec (Kohlfurt) eingestiegen und beim Schaffner nachgefragt wegen Tickets. Natürlich können wir auch im Zug Tickets kaufen allerdings nur in Bar und Polnischen Zloty. Keine Kartenzahlung und nicht in Euro möglich. Auch ein Onlineticket durften wir uns nicht mehr kaufen. Der strenge Schaffner warf uns also bei der nächsten Station aus dem Zug.

Glücklicherweise gab es hier einen Schalter, wir besorgten uns Fahrkarten und warteten auf den Nächsten. Wieder begrüßte uns der gleiche Schaffner. Alles in Ordnung und wir fuhren bis zu unserem heutigen Zielpunkt.

Die erste Nacht verbrachten wir bei einem kleinen Wald nachdem wir uns mit Proviant für den nächsten Tag eingedeckt hatten. In der Nacht streiften feiernde Jugendliche umher und bemerkten auch uns, zogen aber gleich wieder weiter. Doch war es ein Traum oder nicht? Eine Gestalt mit Hut ging beim Schlafplatz vorbei. Es war wohl Michi. Zeitig am nächsten Morgen dann die Erkenntnis. Flo Strobels Pfadfinderhut ist nicht mehr auffindbar. Also doch entwendet worden von der Dorfjugend. Heute gestohlen morgen schon in Polen…

Wir mussten weiter. Mit der Bahn ging es über Breslau nach Bialystok bis nach Kaunas unserer ersten Station in Litauen die wir gegen 21:00 Uhr abends erreichten. Ein Schlafplatz auf einem nahegelegenen Hügel unweit des Bahnhofs war schnell gefunden und wir konnten endlich ausschlafen. Tags darauf entschieden wir uns gleich nach Trakai weiterzureisen. Ein Ort mit mittelalterlicher Wasserburg und großen Seen. Jeder konnte die Burg besichtigen oder auch mit Tretbooten die Seen begutachten. Gelegenheit zum Baden blieb auch noch nachdem das Wetter sich besserte und die Sonne hervorkam.

Weiter ging es nach Vilnius. Der Wetterbericht sagte schweren Regen voraus und wir bauten uns mit Planen eine wasserdichte Bleibe am Stadtberg. Zufälligerweise wurde neben uns auf der Open Air Bühne gerade ein Musikvideo aufgenommen mit dem Titel „Love Warrior“. Wir lauschten aufmerksam ehe ein Gewitter die Aufnahmen unterbrachen und alle Musiker flüchteten. Einige gingen nach dem ärgsten Regen noch in einen exzellenten Burger Laden und in eine Bar in Vilnius. In der Früh kam dann die Band noch einmal und drehte vor unseren Augen das Musikvideo fertig. Danke für den Ohrwurm! Den Tag verbrachten wir mit Sightseeing in Vilnius welches eine sehr schöne Stadt ist. Am Abend ging es weiter nach Siauliai wo wir am See unser Lager aufschlugen und den nahegelegenen Kreuzhügel besichtigten.  Der Kreuzhügel ist christlicher Wallfahrtsort an dem geschätzt mittlerweile 200.000 Kreuze stehen. Kleine, große und in allen Formen und Materialien. Trotz kommunistischer Zeit wo die Kreuze immer wieder entfernt wurden blieb dieser Ort bis heute bestehen.

Bald verschlug es uns zur Westküste über Klaipėda auf die Kurische Nehrung die wir mit der Fähre erreichten. In Nida bezogen wir einen Campingplatz. Große Sanddünen, schöne Natur und Strände wurden da geboten. Auch die russische Grenze Richtung Kaliningrad konnte man von den riesigen Dünen aus sehen. Manche waren auch nur über die Duschen froh um sich mal wieder ordentlich rein zu fühlen. In der Nacht erreichte Alex Güssow das Lager der uns mit seiner Ankunft überraschte. Nun zählten wir 22 Lagerteilnehmer.

Fotos Anreise über Polen und Litauen:

 

 

Im Anschluss ging es schon nach Lettland und zwar nach Liepāja wo wir im Park nahe einem wunderschönen Sandstrand lagerten. Im Stadtteil Karosta schauten wir uns noch den alten Kriegshafen der Sowjets mit seinen Bunkern und bereits im Meer versinkenden Betonbauten an.

Folgend bewegten wir uns über Riga nach Cesis. Im Nationalpark Gauja starteten wir eine 17km lange Kanu- bzw. Kajakfahrt flussabwärts bis nach Ligatne. Vom Fluss aus konnte man die Natur herrlich genießen. Am Ufer neben der einzigen handbetriebenen Fähre des Flusses angelegt, wurde uns das Gepäck gebracht und die Boote abgeholt. Wir verbachten den restlichen Tag dort und nächtigten am nahegelegenen Feld. Den Wildpark und Natur Trail mit Bären, Elchen, Füchsen, Wildschweinen und zahlreichen weiteren Tieren konnten wir uns auch noch ansehen. Nach einer Wanderung begaben wir uns zum Bahnhof in Augsligatne. Einige von uns fanden sich in einem nahegelegenen Kramer mit Minimarkt und gleichzeitiger Bar wieder. Michi konnte unter Mithilfe von Franzi alias „the favorite one“ mit dem Besitzer ausmachen, dass wir dort im Haus schlafen konnten. Es war dann ein lustiger Abend und eine gute Nacht.

Riga erwartete uns dann, wo wir für zwei Nächte im Hostel eincheckten. Jeder konnte die Zeit frei nutzen wie er wollte. Am vorletzten Abend gingen wir aber alle gemeinsam auf die Lagerkassa essen und schnupperten noch in das Nachtleben hinein. Schnell waren auch zwei Wochen Lager wieder vorbei. Zurück ging es mit dem Flugzeug nach Wien und mit dem Zug nach Salzburg.

Es war ein sehr abwechslungsreiches Lager mit vielen einmaligen Eindrücken. Dank an alle und Gut Pfad.

Michi

Route des Lagers

Fotos Lettland: