Befreiungsfeier Mauthausen 2026

Das Wochenende zur Internationalen Befreiungsfeier Mauthausen startete am Freitagabend im Scout Camp Austria in St. Georgen. Der Abend bot die Möglichkeit, beim gemeinsamen Abendessen und am Lagerfeuer die anderen Teilnehmer kennenzulernen. Übernachtet wurde entweder draußen im Zelt oder auf Feldbetten im Haus.

Nach dem Frühstück am Samstag, gab es in der großen Runde den offiziellen Start der Veranstaltung. Insgesamt hatten sich 35 Teilnehmer aus ganz Österreich für das Wochenende versammelt. Nach einer Vorstellung und kurzer Erklärung des Zeitplans ging es auch schon mit dem Programm los. Über den Samstag verteilt gab es Workshops und Vorträge zu unterschiedlichen relevanten Themen.

Ein Workshop befasste sich mit der Rolle der Pfadfinder im Warschauer Aufstand. während des Aufstands, dienten viele Pfadfinder in einem improvisierten Feldpostsystem, das Nachrichten und persönliche Briefe zwischen verschiedenen Stadtteilen übermittelte. Die jungen Kuriere bewegten sich oft durch zerstörte Straßen, Keller, Kanäle oder unter Beschuss, um die Verbindung zwischen den abgeschnittenen Stadtteilen und Familien aufrechtzuerhalten.

Einer der Zweitzeugen Vorträge wurde von einem Sohn eines gefangen aus Mauthausen gehalten. Der Vater von Wolfgang war Chefredakteur der Welser Zeitung und wurde bereits am Tag nach dem Anschluss festgenommen. Der Vater war für ein halbes Jahr in Dachau eingesperrt, überlebte aber und kam wieder frei. Wolfang erzählt die Geschichten seines Vaters aus Dachau und davon wie es mit seiner Familie während der Nazi Zeit weiterging.

Im Vortrag der Ruth Weiss Gesellschaft ging es um das Leben und die Bücher der von Ruth Weiss.  Ruth Weiss (1924–2025) war eine deutsch-jüdische Schriftstellerin, Journalistin und Aktivistin, die 1936 mit ihrer Familie vor dem Nationalsozialismus nach Südafrika floh. Dort erlebte sie neben ihrer Fluchtgeschichte auch die Ungerechtigkeit der Apartheid, gegen die sie sich zuerst als Journalistin und später in ihrem Leben als Autorin engagiert einsetzte. Ihre eigenen Erfahrungen mit Verfolgung, Flucht und Diskriminierung prägten die Themen ihrer Bücher stark und machten Mut, Toleranz und Widerstand gegen Unterdrückung zu zentralen Motiven. So verband sie persönliche Erlebnisse mit Geschichte, um besonders jungen Menschen die Folgen von Ausgrenzung und die Bedeutung von Menschlichkeit näherzubringen.

Am Abend wurde in Großer Runde der Tag einmal aufgearbeitet, Gedanken und Meinungen geteilt und das neu gelernte verarbeitet.

Nach dem Abendessen gab es nochmal eine gemeinsame Vorbereitung für die Befreiungsfeier am Sonntag. Dabei ging es sowohl um den Ablauf der Feier selbst, als auch darum, was für ein Ort Mauthausen war, wer dort alles gefangen genommen wurde, wie das Konzentrationslager entstanden ist und wie es zur damaligen Zeit in der Umgebung und Gesellschaft war genommen worden ist.

Der Sonntag startete sehr früh da unser Bus nach Mauthausen schon um 7:30 abfuhr musste. Nach dem alles abgebaut war und wir gefrühstückt haben ging die Fahrt los. Wir sind um ca. 9 Uhr am KZ Mauthausen angekommen und sind als wir vollständig waren gemeinsam runter in den Steinbruch gegangen.

Im Steinbruch sammelten sich alle Jugendbewegungen die an der Gedenkfeier teilnahmen. Um 10 Uhr gab es dort eine Andacht für die Kinder- und Jugendlichen die in Mauthausen ermordet wurden. Nach der Lesung und einem Gemeinsam gesungenen Lied gingen alle Jugendbewegungen gemeinsam in einem Zug die Treppe hoch.

Das gemeinsame erklimmen der Treppe war sehr eindrucksvoll, man konnte trotz der neueren und sicheren Treppe erahnen, was für ein Quall es damals für die Gefangenen gewesen sein musste, die Treppe hinaufzusteigen und dabei bis zu 50 Kilogramm schwere Steine tragen zu müssen.

Am oberen ende der Treppe wurde wieder zusammengewartet, am Kinder- und Jugend Denkmal gab es nochmal eine Lesung und Gesang. Dort bekam auch jeder eine Blume an der auf ein Kärtchen der Name und die Beschreibung eines der Opfer von Mauthausen hing.

Da die Delegation der Jugend die letzte Delegation im Gedenkzug war, mussten wir dann noch eine längere Zeit warten. Während der Wartezeit machten wir noch ein gemeinsames Foto mit den Polnischen Pfadfindern, die auch als eine sehr große Gruppe vertreten waren.

Am Frühen Nachmittag war es dann soweit und wir duften durch das Haupttor auf den ehemaligen Appellplatz einziehen und am Gedenk-Kranz unsere Blumen mit den Namen der Opfer niederlegen. Dieser Moment war besonders bewegend und bildete einen eindrucksvollen Abschluss eines intensiven, lehrreichen und emotionalen Wochenendes.

Flo Strobel

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