Für das 90 Jahre – Gruppenlager im nächsten Jahr in Italien galt es noch immer, einen Lagerplatz (im folgenden kurz “LP” genannt) auszuwählen und die Reservierung zu sichern. Vor diesem Hintergrund hat sich eine Delegation von RaRo am verlängerten Wochenende zu Christi Himmelfahrt auf den Weg nach Italien gemacht, um die von der Gruppenleitung (im folgenden kurz “GL” genannt) zuvor herausgesuchten Lagerplätze zu besichtigen und wenn möglich Kontakt mit den Verantwortlichen vor Ort zu knüpfen, sowie um einen vorbereiteten Katalog mit Fragen über die Verhältnisse vor Ort zu klären.
Ergebnisse: Zusammenfassung
In der Retrospektive kann nach dem Abschluss des Ausfluges zusammenfassend als Ergebnis festgehalten werden:
- Es ist uns gelungen, nach über 936 zurückgelegten Kilometern zu den Verantwortlichen für 2 von 3 der Lagerplätze persönlich Kontakt aufzunehmen. Die GL hatte glücklicherweise bei genau dem fehlenden LP aber zuvor mehr Glück, sodass die Kommunikationsaufgabe als erfüllt angesehen werden kann.
- Wie erwartet zeigten sich sehr unterschiedliche Charakteristika der Lagerplätze. Die GL favorisiert aufgrund ihrer Erfahrung klar einen der LPe, dennoch haben wir auch im Hinblick auf andere zukünftige Lager alle LPe gründlich untersucht und unsere Beobachtungen dokumentiert.
- Es konnte die Mehrheit der Katalogfragen geklärt werden, die Ergebnisse hieraus sollen am nächsten Gruppenrat präsentiert werden.
Verlauf der Lagerbeschau
Nachdem am Nachmittag und am Abend vor dem Feiertag zur Spitzenzeit bereits über 20km Stau auf der Autobahn registriert worden waren machten wir uns schon um 3 Uhr morgens zu nachtschlafender Zeit auf den Weg nach Italien. Nach anfänglichem Regen und Nebel passierten wir im Morgengrauen Rennweg. Nachdem unser erstes und auch nördlichstes Ziel, die Pfadfinderbasis Cercivento, in einem kleinen Tal in den Karnischen Alpen nördlich von Tolmezzo gelegen ist, haben wir uns für die Route über den malerischen Plöckenpass entschieden. Das inzwischen schöne und trockene Wetter und der Sonnenaufgang kamen hier besonders gelegen. Lediglich ein stark untermotorisiertes Wohnmobil trübte den Fahrspaß auf den engen Serpentinen der Strecke für eine Weile.
Um kurz vor 7 Uhr erreichten wir Cercivento, die Basis liegt nur wenige hundert Meter von der SS465 entfernt. Nachdem hier niemand vor Ort war inspizierten wir die Gegebenheiten und die möglichen Zufahrtswege von Außen und machten uns sodann auf den Weg in Richtung Monte Nars resp. Montenars-Stadt.
Nachdem wir zuerst wie auch zuvor die GL den Weg zur Pfadfinderbasis “Michele Michieletto” in Montenars nicht finden konnten begaben wir uns vorerst in eine Art Cafe/Weinstube in Gemona, um dort ein kleines Frühstück einzunehmen. Nach dem Frühstück gelang es uns unter Zuhilfenahme der Landkarte und unserer geringen Italienischkenntnisse bei den anderen Gästen in Erfahrung zu bringen, dass wir die Pfadfinderbasis zuvor nur um wenige Meter verpasst haben mussten.
Daraufhin kehrten wir nach Montenars zurück und konnten dort schließlich ein kleines Stück im Nordosten der Kirche den Eingang finden. Das Glück war auf unserer Seite: einer der zufällig anwesenden Männer vor Ort hatte eine Zeit lang in Deutschland gelebt und dort gearbeitet, er sprach somit sogar ein wenig Deutsch.
Man zeigte uns dem Lagerplatz und die Gegebenheiten vor Ort und das Haus. Die Aussicht auf dem terrassierten Gelände mit Wald, einem Bach mit mehreren Wasserfällen und kleiner Ruine ist sehr schön, man kann das Kanaltal und Teile der Po-Ebene überblicken. In der Zwischenzeit hatte sich unser Besuch wohl entweder herumgesprochen oder es handelte sich um einen Zufall, es gelangten jedenfalls immer mehr Gildenmitglieder und auch der Chef mit ihren Autos zum Platz, sodass wir schließlich etwa 15 Personen zählten. Nachdem wir alles dokumentiert hatten gerieten wir in ein längeres Gespräch in dessen Verlauf man uns von der bewegten Vergangenheit der Region mit einem großen Erdbeben und auch von den vielen Arbeiten die die Gruppe an dem Lagerplatz selbst durchführt berichtet hat. Sogar Zuckerl von der kürzlichen goldenen Hochzeit eines der Gildenmitglieder wurden uns angeboten. Grazie!
Um etwa 11 Uhr brachen wir zum Cavazzo-See auf und legten uns dort im Uferbereich noch etwas schlafen. Während die Außentemperaturen sich inzwischen um 22° bewegten ging dort ein kalter auflandiger Wind. Nach dem Mittagessen um ca. 15 Uhr fuhren wir schließlich zur dritten Pfadfinderbasis in Cesclans, wo wir jedoch niemanden mehr antreffen sollten. Wir beschlossen, den offiziellen Teil des Tages damit abzuschließen und bewegten uns in Erwartung des Abendessens, eines netten Abends und zum Einkaufen ins Nahe gelegene Tolmezzo. Ein freundlicher Grundbesitzer stellte uns dort ohne zu zögern seinen Bogenschießplatz am Stadtrand als Schlafplatz zur Verfügung.
Am nächsten Tag machten wir uns gleich nach dem Frühstück erneut auf den Weg zur Pfadfinderbasis Cesclans. Dieses Mal sollten wir Glück haben: vor Ort trafen wir einen uniformierten Herren mit einem VW T3 Camper (Hochdach und Westfalia-Einbauten) an. Trotz einiger Verständnisprobleme wegen seines furlanischen Dialektes zeigte uns dieser netterweise das wie sich herausstellen sollte sehr große Gelände und bedeutete uns, später wiederzukommen – es würde sich zu dieser Zeit jemand unter den anreisenden Gästen befinden, der der englischen Sprache mächtig sei. Wir nutzten die Zwischenzeit für einige Telefonate und nahmen schließlich das Mittagessen im wohl einzigen Gasthaus des kleinen Ortes ein.
Nach einiger Wartezeit war die gastierende Pfadfindergruppe schließlich angereist und unser “Übersetzer” stellte sich als ein Professor aus Triest heraus. So konnten wir einige Details klären und erfuhren, dass wir für Reservierungen/Buchungen an die falsche Stelle gelangt waren. Dies sei einzig in Cormòns im Südosten von Udine möglich, so teilte man uns mit.
Beim Erkunden des weitläufigen Geländes stieß unser Auto schließlich an seine Grenzen. Wir setzten einige Male im Gelände auf, was dank des Metallunterfahrschutzes und der Schlechtwegeausrüstung kein gröberes Problem darstellte – um uns allerdings dennoch nicht fest zu fahren mussten wir des öfteren wieder umkehren und einen anderen Weg versuchen. Nach der Erkundung mit dem Auto machten wir uns auf den Weg nach Cormons.
Nachdem wir auf Umwegen dorthin gelangt waren wurden wir dann sehr herzlich empfangen und konnten durch einiges Telefonieren alle weiteren Fragen klären.
Als schließlich alles geklärt war erklärten wir den offiziellen Teil für beendet und rauschten mithin weiter nach Grado, das zu dieser Zeit nur mehr etwas weniger als eine Stunde mit dem Auto entfernt war. Auf dem Campingplatz installierten wir unser Zelt und ließen den Tag im Restaurant und in der Altstadt im Cafe “zum Patriarchen” ausklingen während die deutschen Gäste am Nebentisch nach und nach die Einrichtung verwüsteten.
Am nächsten Tag besichtigten wir schließlich nach einer kleinen morgendlichen Kühlwasser-Überraschung noch einmal Udine-Stadt und kehrten vor dem Antritt der Heimreise im Restaurant “zum Pilz” an der SS13 zu Gemona ein.










































