Sommerlager in Vöcklabruck

Samstag, 11.07.26:

Endlich geht es los aufs Sommerlager der WiWö! Wie jedes Jahr trafen wir uns in der Schalterhalle am Hauptbahnhof um uns auf die heuer nicht so weite Reise gen Vöcklabruck anzutreten. Mit 36 Wichteln und Wölflingen und einigem an Gepäck ging es mit der S-Bahn und zu Fuß ins Heim der Pfadfinder*innen Vöcklabruck. Allerdings versperrte eine eigenartige Mauer, die ausschaute wie ein Vorhang, den Zugang. Als wir die Mauer passierten, begegnete uns ein ziemlich aufgebrachter Ritter, der versuchte, uns wieder rauszujagen – es stellte sich heraus, dass wir in der Zeit zurückgereist sind und nun im Reich Falkenstein waren und der Ritter sein Burg bewachte. Nach kurzer Überzeugungsarbeit ließ uns der Ritter in seine Burg, in der wir unseren Lagerplatz beziehen durften. Außerdem erfuhren wir relativ schnell, dass der Ritter, der übrigens Tristan hieß, hier nicht alleine, sondern mit ein paar Burgbewohnern, wie dem Königspaar Thorin und Aurelia lebte. Diese gewährten uns später noch eine Audienz und baten uns um unsere Hilfe, denn vor kurzem erschütterte ein schwerer Kampf gegen einen großen Drachen das Reich und legte es in Schutt und Asche. Wir WiWö sollten beim Wiederaufbau helfen und die Burgbewohner so gut wir können unterstützen. Nach einem schnellen Mittagessen mussten wir uns zuerst aber einmal beweisen, ob wir dieser großen Aufgaben überhaupt gewachsen sind: Mit verschiedenen Tests, die Geschick, Kraft, Geschwindigkeit und Grips voraussetzten, wollten die Monarchen wissen, was wir drauf haben. Natürlich gaben wir unser Bestes und konnten die Herr- und Damschaften von unserem Können überzeugen. Am Ende des Tages gab es zu unseren Ehren ein Ritterfest mit Buffet und einem spektakulären Schauspiel, das uns die Hintergrundgeschichte des Reiches näher brachte. Nach einem ausführlichen Räuber und Gendarm war der erste Tag auch schon vorbei und wir sind gespannt, was der zweite Tag so bringt.

Bericht von Annabella N.: Wir haben uns am Samstag am Bahnhof getroffen und sind nach Vöcklabruck gefahren. Dort angekommen wartete Ritter Tristan auf uns. Nach und nach kamen eine Magd, ein Schmied, eine Königin, ein König, eine Hexe, ein Gelehrter und eine Gauklerin. Nach dem Mittagessen gab es Berufserklärung und wir haben alles ausprobiert. Dann gab es Abendessen und wir sind schlafen gegangen.

Sonntag, 12.07.26:

Der erste richtige Lagertag startete mit einem ritterlichen Porridge aus unserer Küche, das von Robert und Astrid zubereitet wurde. Danach verlautbarte der König von Falkenstein, dass die WiWö in die Berufe eingeteilt werden – aber nicht willkürlich, nein, sondern zuerst müssen sie jeden Beruf ein wenig austesten können. Beim Ritter gab es ein Anschleichspiel, bei der Kräuterhexe wurden Elemente bestimmt und Düfte eingeatmet, bei der Bardin wurde ein Lied und Schauspiel eingeübt und performt, der Handwerker machte Knotenkunde, die Magd machte Küchengeschicklichkeitsspiele und Merkspiele und der Gelehrte hat das Gelände vermessen und einen Plan gezeichnet. Nach dieser Erprobung durften die Kinder ihre Berufe in eine Reihenfolge wählen und sich so Berufe wünschen.
Am Nachmittag ging es auf den Abenteuerspielplatz gleich in der Nähe, und danach durften die Kinder an ihren Halstüchern und Sternen arbeiten.
Vor dem Abendessen wurden vom König höchstpersönlich die Berufe der Kinder verlesen, und als besonderes Erkennungsmerkmal bekamen sie unterschiedlich gefärbte Umhänge, die sie in den Berufen tragen müssen um als arbeitendes Volk erkannt zu werden. Als das Abendessen genossen wurde, bereitete sich die Meute auf ein Nachtgeländespiel in den Ständen vor: Der König und die Königin schickten ihre Stände aus um Waren in die entfernten Dörfer zu schicken. Die Kinder aus den Ständen gingen als Karawane durch einen finsteren Wald, mussten allerdings fiesen Raubrittern ausweichen, die die Rohstoffe stehlen wollten. Die Aufgabe war nicht einfach, doch die Motivation war hoch und der Auftrag konnte zur Zufriedenheit des Königs absolviert werden! Hundsmüde fielen wir ins Bett, in froher Erwartung auf den nächsten Tag.

Montag, 13.7.26:

Der Montag startete wie der Sonntag auch schon mit einem reichhaltigen Frühstück aus der Speisekammer des Königs. Danach gab es ein paar organisatorische Punkte: So wurde eine Wäscheleine errichtet, auf der die Kinder ihre nassen Kleider aufhängen konnten, außerdem wurde die Hans-Wurst-Liste weitergeführt. Hans-Wurst ist der sagenumwobene Geist, der all die Dinge einsammelt, die herrenlos herumliegen. Diese Dinge finden zwar ihren ursprünglichen Besitzer wieder, allerdings gibt es dafür einen Strafpunkt. Nach diesem Block lud uns der König zu einem Stadtspaziergang ein, außerdem stellte er uns ein paar Aufgaben auf dem Weg. Die Stadt ist zwar relativ klein, dennoch gab es einiges zu sehen, wie zum Beispiel zwei große Befestigungstürme, einen Brunnen und ein Haus, das schon mindestens seit 1450 dort steht.
Danach ging es mit hungrigen Mägen in Richtung Burg, in der wir unser wohlverdientes Mittagessen erhielten.
Am Nachmittag erwartete uns eine eher künstlerische Aufgabe – die jungen Burgbewohner mussten ihre eigenen Wappen designen und auf Hölzer kleben. Danach ging es in den Berufsgruppen in die Ausbildung, wo grundlegende Fähigkeiten erlernt wurden. So widmeten sich die Hexen der Kräuterkunde und bestimmten verschiedene Pflanzen aus der Umgebung. Die Mägde sammelten Dekoration für Tafeln und buken einen Germzopf. Als Meister der Technik bauten die Handwerker Dreibeine, Bänke und stellten sogar Leindwände auf, während die Gelehrten die Höhe der Burg mit sehr einfachen, selbst gebauten Methoden errechneten. Zu guter Letzt ließen sich die Rittersleute von der Muse küssen um Gedichte zu schreiben – das gehört ja schlussendlich auch zum Rittersleben dazu.
Am Abend, also nach dem Abendessen, wanderte die Meute noch zum nahen Spielfeld, und es wurden noch zwei Spiele gespielt, die die Kinder selbst leiteten.

Dienstag, 14.07.26:

Mitte des Lagers ist traditionsgemäß immer unser Badetag. Nach dem Frühstück ging es zu Fuß in Richtung des Parkbads in Vöcklabruck. Dort angekommen breiteten wir uns auf der großzügigen Wiese aus und stürzten uns in die Fluten. Leider hielt der Badespaß nicht allzu lang an, da es während des Mittagessens ziemlich zu regnen begann. Wir versuchten, den Regen durchzutauchen (kein Wortwitz ;)), allerdings wurde das Bad zugesperrt, bevor der Regen endete. Netterweise durften wir dann gratis ins Hallenbad der Anlage wechseln, so konnte die Wasseraction drinnen stattfinden.
Neben Planschen und Rutschen wurde auch das Schwimmabzeichen abgelegt, das heuer wirklich viele Kinder schafften.
Nach dem ausgiebigen Baden ging es wieder zurück in die Burg, wo uns Roswitha einen kleinen Besuch abstattete. Währenddessen bereiteten wir das Abendessen vor, denn heute gab es eine richtige Grillerei. Nachdem die Feuer brannten und die Stecken gespitzt waren, gab es alles von Käsekrainern, Halloumi bis zum Gemüse. Das Lagerfeuer nutzte Marie gleich, um einige Lagerfeuerlieder mit ihrer Gitarre anzustimmen. Tatkräftig wurde sie unterstützt von Eli und der restlichen Meute und ließen so den Tag am Feuer ausklingen.

Mittwoch, 15.07.26:

Ein neuer Tag und eine neue Mission im Königreich Falkenstein. Am Vormittag arbeitete das Volk der WiWö fleißig weiter in ihren Berufen, um dem Königreich zu helfen. Beim Frühstück aber verlautbarte das Königspaar, dass sich ihr 10. Hochzeitstag an diesem Tagjährte – aufgrund dieses fröhlichen Ereignisses gab es am Nachmittag ein Ritterturnier zu ehren der beiden Royals. Nach dem Mittagessen war es also so weit: Mit einem festlichen Einzug der Stände eröffneten die Königin und der König das Turnier, das sogleich begann. Die einzelnen Wettkämpfe waren herausfordernd, aber machbar, wie zum Beispiel Feuerholz weitwerfen, Lanzenlauf, Seilspringen, Weintrauben in den Mund eines Teammitgliedes werfen und Dosenschießen. Es wurde heiß gekämpft und die Meute legte sich irrsinnig ins Zeug.
Nachdem der König und das Volk durch dieses Turnier belustigt wurden, gab es noch ein wenig wohlverdiente Freizeit, bei dem die WiWö aber auch arbeiteten, denn schließlich wollten einige Halstücher, Sterne und Co. verdienen.
Das Abendessen war allerdings alles andere als entspannt. Es stellte sich nämlich heraus, dass der Ritter Tristan, die Königin Aurelia während des Mahls entführte und in eine Burg, der alten Wartburg, brachte. Genauer gesagt war es das Schwert, das vom Ritter Besitz ergriff, denn es stellte sich heraus, dass das Schwert verflucht war. Der König machte sich große Sorgen und so stellte er höchstpersönlich einen Trupp der tapfersten und erfahrensten WiWö zusammen, rund um den alten Knappen von Tristan, den Handwerker Gimli. Als sie ihre Sachen für die Mission ins Ungewisse gepackt hatten, marschierten sie los und begaben sich auf den beschwerlichen Weg in Richtung Wartburg. Nach einer Stunde Fußmarsch waren sie angekommen und überlegten sich den Schlachtplan. Nach einem kurzen Gefecht wurde der Ritter überwältigt und mit einem von den Hexen gebrauten Trank wieder auf die gute Seite zurückgeholt. Das Schwert verlor beim Kampf auch seine Macht. Um auf Nummer Sicher zu gehen, schlugen die tapferen Kämpferinnen und Kämpfer das Lager ein Stück weit der Burg Falkenstein auf und nächtigten im Freien.

Donnerstag, 16.07.26:

Nach einer aufregenden Nacht kehrten die Befreier, die Königin, der König und Tristan wohlauf in die Burg zurück. Das Volk freute sich über die Rückkehr der Königin sehr! Der König erließ daher den Vormittag, das Volk musste nicht arbeiten und durfte sich der Ablegerei und Freizeit widmen. Nach dem Mittagessen begaben sich die Kinder auf einen Rundgang im Reich Falkenstein und bewanderten einen kleinen Wanderweg in der Nähe. Als sie zurück kamen führten die Musiker und Schauspieler noch ihr einstudiertes Theaterstück zur Belustigung des Volkes auf, während der König und die Königin Auszeichnungen für die fleißigen WiWö vorbereiteten. Nach dem Abendessen ging es auf den nahen Hügel um eben jene Auszeichnungen zu verleihen. Es wurden Halstücher, Sterne, viele Spezialabzeichen und sogar ein tanzendes Wichtel verliehen – das ist die höchste Auszeichnung der Stufe, die nur an WiWö verliehen wird, die einerseits Halstuch und beide Sterne erarbeitet, aber auch vier Spezialabzeichen verdient haben; Zusätzlich muss das Wichtel bzw. der Wölfling auch Verantwortungsbewusst und ein Vorbild für alle anderen WiWö sind.
Als die Verleihung zu Ende war, gab der König bekannt, dass er zu Ehren der Meute eine Feier in der Burg veranstaltete und alle eingeladen waren. Man kann sich vermutlich denken, dass wir so richtig ausgelassen feierten. Erschöpft, aber glücklich, fielen alle in den Schlafsack, um die letzte Nacht auf der Burg zu verbringen.

Freitag, 17.07.26:

Es ist schon ein wenig traurig, wenn man nach so vielen Abenteuern das Feld räumen und sich auf den Heimweg machen muss. Doch alles hat ein Ende und unsere Hilfe wird in Falkenstein nicht mehr benötigt. Nachdem ein Maxglaner den Platz immer sauber verlässt, reinigten wir gemeinsam die Burg und machten uns dann auf den Heimweg in Richtung Bahnhof, nachdem uns die Königin und der König mit einer Ansprache verabschiedeten. Wir sagen Danke Falkenstein, es war eine unglaublich coole Woche!