Schwarzes Kreuz

Zu Allerheiligen standen wir wieder auf verschiedenen Friedhöfen in Stadt und Land um für die Kriegsgräberfürsorge zu sammeln. Dieses Mal waren wir besser vertreten als letztes Jahr, was sich auch in einem Rekordergebnis widerspiegelte. Außerdem konnten wir uns so wieder als Pfadfinder in Unform in der Öffentlichkeit präsentieren, was einen zusätzlichen Mehrwert für uns bedeutet. Vielen Dank an alle Sammler.

Pfadfinder und Schwarzes Kreuz? Warum? Hier ein Einblick:

Im Ersten Weltkrieg waren fast 10 Millionen Soldaten gefallen und weitere sieben Millionen zivile Opfer zu beklagen. In den Friedensverträgen wurde festgehalten, dass die Gräber der Kriegsopfer für immer zu erhalten sind. Österreich und Deutschland waren damit überfordert. So entstanden 1919 das Österreichische Schwarze Kreuz und der Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge. Diese Vereine übernahmen die Aufgabe sich um die Gräber der Gefallenen und in Kriegsgefangenschaft Verstorbenen zu kümmern. Wenig später im Zweiten Weltkrieg kamen über 65 Millionen Menschen ums Leben.

Das Österreichische Schwarze Kreuz kümmert sich um die Pflege von Gräbern von Kriegsopfern in Österreich und um Kriegsgräber österreichischer Soldaten im Ausland. Es hilft bei der Suche nach Vermissten und organisiert Gedenkfeiern. Die Grabpflege ist unabhängig von Nationalität und Religionsbekenntnis. Auch die Grabstätten von Opfern des Bombenkriegs, verstorbene Zwangsarbeiter und auf Todesmärschen verstorbener KZ-Häftlinge sind miteingeschlossen. Viele Angehörige können erst trauern und mit dem Krieg innerlich abschließen, nachdem sie das Grab ihres Vaters, Onkels, Großvaters oder Bruders besucht haben.

Über vielen Gräbern versöhnten sich die einstigen Kriegsgegner.

Heute pflegen Jugendliche und Soldaten aus verschiedenen Ländern gemeinsam die Gräber aus den Weltkriegen. Bei verschiedenen Projekten auf Friedhöfen setzen sich Jugendgruppen und Schulklassen mit den Themen Frieden und Krieg auseinander. So sind die Soldatenfriedhöfe heute Mahnmal für Frieden und Völkerverständigung.

„Kriegsgräber sind die großen Prediger des Friedens.“, meinte Friedensnobelpreisträger Albert Schweitzer.

Nach dem Ersten Weltkrieg wandelte sich die Pfadfinderbewegung zu einer globalen Friedensbewegung. Baden-Powell, selbst lange Jahre Offizier, war tief erschüttert über die vielen Toten des Krieges und hoffte durch internationale Begegnungen künftige Kriege unmöglich zu machen. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg setzten die Pfadfinder ihren Einsatz für den Frieden fort in Europa, in Afrika und im Nahen Osten. Pfadfinder beteiligen sich an der Erhaltung von Soldatenfriedhöfen und treffen sich zum gemeinsamen Gedenken. Im Sinne der Guten Tat beteiligen wir uns an der Allerheiligen-Sammlung des Schwarzen Kreuzes.

Weitere Infos unter: http://www.osk.at/