RaRo-Landesaktion 2018: Ohne Floß nix los!

RaRo ·  · 01.05.2018 ·  , , , , , ,

Am vergangenen Wochenende vom 28. April bis 29. April 2018 begaben sich die RaRo nach teilweise sehr intensiver Vorbereitung zum Lipplgut um mit 2 Teams an der diesjährigen Landesaktion (LaAk) teilzunehmen. Insgesamt gab es sechs Teams: die Gruppen Mülln, Maxglan (2x), Katze, Henndorf, Oberndorf. Die LaAk hatte dieses Jahr einen Floß-Wettbewerb zum Inhalt, bei dem es drei Wertungen gab: Einzelstart, Gruppenstart und Kreativität. Beim Einzelstart erreichten wir den Ersten und Zweiten Platz, beim Gruppenstart den Ersten und Dritten. Wir freuen uns sehr, mit den beiden Maxglaner Teams somit den 1. und 2. Platz in der Gesamtwertung errungen zu haben.

02.02.2018: HS Teamfindung, Planung der Floße
Nachdem das Thema der LaAk von der LV-Führergruppe beschlossen worden war begannen wir bereits am 2. Februar mit der Planung unserer Teilnahme. Zuerst galt es, diejenigen RaRo, die sich dazu bereit erklärten am Bewerb teilzunehmen in Teams aufzuteilen die sich dann gegenseitig auf die Aufgabe einschwören konnten. Von den Anfangs zahlreicheren Teams mit teils abenteuerlichen Ideen blieben am Ende zur Zeit vor der Landesaktion zwei Teams bestehen: Eines um Rene und Michi und eines um Max G., Alex G., Mani, Flo S. , Flo K., Martin S. und Max K.
Die groben Ideen der Teams lauteten wie folgt:
Rene & Michis Team plante einen einfachen aber bewährten Aufbau mithilfe von sechs LKW-Reifen und einigen Rundhölzern. Der Antrieb sollte mittels Paddel erfolgen.
Max & Alex‘ Team hatte einen Aufbau mit zwei Rümpfen sowie möglichst einem Schrauben- oder Schaufelradantrieb ersonnen. Das Ziel war dabei, möglichst die Beine zum Antrieb zu verwenden weil diese ausdauernder und kräftiger sein würden als mit den Armen zu paddeln. Auch könnte ein Schrauben- oder Schaufelradantrieb entsprechend größer sein als ein bloßes Paddel. Eine durchaus komplizierte Konstruktion, die uns viele Tage intensiver Arbeit und einiges Kopfzerbrechen abforderte erlaubte uns dann später, diesen Plan auch umzusetzen.

Für Rene & Michis Team gestaltete sich die Materialbeschaffung einfach, schließlich war quasi alles Material bereits vorhanden.

Max & Alex‘ Team hingegen benötigte eine ganze Reihe von Gegenständen, um mit dem Bau starten zu können.
An den folgenden Wochenenden wurden einige Berechnungen angestellt, Materiallisten vorbereitet und das Material zuerst auf Alex‘ Balkon zusammengetragen. Als es dann schließlich notwendig wurde, unter anderem 200L-Plastikfässer, Stahlrohre und -platten zu lagern wurde der Ort des Geschehens an den Georgsgrund verlagert. In den Tagen vor der Floßbau-Heimstunde kristallisierte sich ein Entwurf mit zwei Rümpfen aus sechs Stück 200L-Plastikfässern heraus, der mithilfe von sechs Stangenhölzern zusammengehalten wurde.

13.04.2018: HS Floßbau (und Arbeiten am Wochenende)
Bei der Floßbau-Heimstunde sollten die Entwürfe schließlich ausprobiert bzw. eine finale Konstruktion umgesetzt werden. Für Rene & Michis Team bedeutete dies vor allem, die LKW-Reifen auszuprobieren und evtl. vorhandene Lecks zu stopfen, sowie die Ventile ausfindig zu machen. Stangenholz war am Georgsgrund ohnehin vorhanden und so war die Konstruktion bald ausprobiert.
Max & Alex‘ Team hatte das meiste Material bereits besorgen können, benötigte für die Schaufeln ihres Antriebes allerdings noch eine ganze Menge Stahlplatten und einige Fahrräder. In den Tagen vor der Heimstunde hatte Alex die Idee, doch einfach einen weiteren Boiler zu besorgen. Gesagt-getan – am Freitag hat Alex mit etwas Unterstützung einen weiteren Boiler organisieren können. So bot sich pünktlich eine Stunde vor Heimstundenbeginn ein altbekanntes Bild: Mit dem Hochdruckreiniger entfernte Alex die PU-Schaum – Isolierung, wenig später wurden deren Reste aufgekehrt und entsorgt. Als die Heimstunde dann startete war Alex‘ Unterwäsche beinahe wieder getrocknet und der eigentliche Plan konnte in Angriff genommen werden: Das zuvor geplante Grundgerüst sollte unter tatkräftiger Hilfe der RaRo bis zum Ende der HS aufgebaut sein.
Mit der Motorsäge passte Max die Stangenhölzer im Sinne der Konstruktion an, einige Spanngurte und Bünde sorgten für den notwendigen Halt. Für den Rest des Wochendes sollte dann weiter gearbeitet werden, vorerst ging es aber ins Roverheim.
Am folgenden Tag wurde das vereinigte Werkzeug von Max und Alex zum Grund geschafft, einige alte Fahräder konnten noch zeitnah abgeholt werden. Flo half mit und versorgte uns außerdem mit Mittag- und Abendessen. Da für den Abend Grillen geplant war bot sich eine Gelegenheit, die Jumbo-Feuertasse zu verwenden. Dabei kam Max auf die Idee, das Anbrennen des Grillholzes statt zu pusten doch einfach mit dem Druckluftkompressor zu beschleunigen. Dank 4kW Druckluft hatten wir daher schnell mehr als genug Glut um das Essen zuzubereiten. Wir konnten im Verlauf des Tages den Boiler vollständig mit der Trennschleifmaschine zerlegen und entschlossen uns endgültig für einen Entwurf mit einem großen Schaufelrad und mit zwei Pedalplätzen.
Am Sonntag erstellten wir dann noch einen Rahmen und begannen damit, ein Rohr für die Lagerung in den Pedalblöcken zweier alter Fahrradrahmen vorzubereiten. Wir hatten dazu zuvor die Pedallager bei zwei der Fahrradrahmen so umgedreht dass eines der unteren und das diagonal gegenüberliegende obere Tretlager „verkehrt“ herum angeordnet waren. Dann gelang es, je zwei Fahrradrahmen so zu verschweißen, dass diese eine Treteinheit bildeten. Je eine solche Einheit war dann gespiegelt links und rechts des Schaufelrades angeordnet und beinhaltete auch eine Art (unbequemen) Sattel.

20.04.2018: HS Zelte (und Arbeiten am Wochenende)
Max war es schon vor der Heimstunde gelungen, die Schaufeln am vorbereiteten Stahlrohr anzuschweißen und er konnte schließlich mittels MIG-Schweißung die Stange mit den verhältnismäßig filigranen Kettenrädern verbinden. Wir hatten uns inzwischen auch aus Gründen der Machbarkeit für nur 4 Schaufeln entschieden. Das Schaufelrad lief danach erstaunlich rund. Nachdem wir die Heimstunde mit dem Aufbauen alter Zelte sowie der Arbeit am Floß verbrachten gelang es dann nach einigem hin und her den Kettenenantrieb mit den dringend notwendigen Kettenspannern zumindest auf einer Seite korrekt vorzubereiten. Einer der Kettenspanner musste dazu aufwändig „gegengleich“ befestigt werden, weil er ja wegen der Symmetrie quasi „auf der falschen Seite“ angebracht werden musste. Nachdem die alten Ketten in der Länge nicht ausreichten wurden noch zwei neue Ketten zugekauft und wie sich später herausstellen sollte würden insgesamt sechs Kettenschlösser notwendig sein, um die Kette in der korrekten Länge einzurichten.

Nacht vom 26. auf 27.04.2018 und 27.04.2018: Endspurt und Aufladen

Nachdem die zuvor bestellten Kettenspanner geliefert waren konnte der Kettenantrieb fertiggestellt werden, außerdem konstruierten wir die von Flo angefangene Ruderanlage (ähnlich der Ruderanalge eines Katamaranes) zuende. Die Ruderanlage funktionierte gut, wie sich herausstellen sollte. Am Abend wurde dann der Anhänger beladen und wurden noch einige rechtliche Fragen betreffend den Transport geklärt. Eine Gruppe bestehend aus Max, Alex, Flo S. und Mani entschloss sich in der Hoffnung, das zuvor nie erprobte Floß noch in der Nacht ausprobieren zu können schon früher Richtung Lipplgut loszufahren. Leider gelang es uns ob der fortgeschrittenen Stunde dann nicht mehr, eine Testfahrt zu unternehmen und wir installierten nur Max‘ „Spezialzelt“ in den Bäumen und legten uns schlafen. Das Floß funktionierte dann mit einer kleinen Anpassung bei der Eintauchhöhe der Schaufelräder ohnehin gut, wie sich am 28. noch herausstellen sollte.

28. bis 29.04.2018: Landesaktion

Wir trafen nach einer eher kurzen Nacht um kurz nach 10 Uhr beim Lipplgut ein und erreichten nach einiger Verwirrung und Rangierarbeit den Badeplatz am Höllerersee. Nachdem die Floße aufgebaut waren optimierte das Team von Max und Alex besagte Eintauchtiefe noch feldmäßig durch Unterlegen zweier zuvor zugesägter Stangenhölzer und konnte so vorbereitet bei den Bewerben starten. Zwischendurch brach zwar ein Teil der Ruderanalge, dies war aber nicht weiter schlimm und beeinflusste nicht deren Funktion. Beim Einzelbewerb starteten wir zu sechst, beim Gruppenbewerb zu viert. Rene & Michis Team erreichte beim Einzelbewerb den zweiten, beim Gruppenbewerb den dritten Platz. Max & Alex‘ Team erreichte beim Gruppen- und Einzelbewerb schließlich jeweils den ersten Platz. Nach einer Freizeit mit Wasserschlachten und Getränken wurden die Floße schließlich versorgt, die Verleihung fand dann beim Abendessen statt. Anschließend saßen wir noch in gemütlicher Runde beim Lagerfeuer um Vormittag/Mittag dann die Heimreise anzutreten.

Wir danken allen Beteiligten für ihren Einsatz!