RaRo: Sommerlager Bulgarien 2019

Unsere Reise begann am Salzburger Hauptbahnhof und führte uns zuerst nach Wien, doch schon auf dem Weg dahin begegneten wir ersten Schwierigkeiten: wir mussten den Zug in Linz verlassen, da wir aufgrund nicht registrierter Sitzplatzreservierungen den Platz auf den Gängen brauchten. So nahmen wir eben den nächsten Zug und stiegen dann in Wien, wo Graupi und Leo zu uns stießen, in den Flixbus ein. Die lange Fahrt ging trotz wenig Schlaf und diversen Kontrollen relativ schnell vorüber, und am nächsten Tag erreichten wir gegen 7 Uhr morgens Sofia.

In der Hauptstadt Bulgariens nahmen wir uns genug Zeit um anzukommen, einzukaufen und ein wenig die Gegend um den Busbahnhof herum zu erkunden, dann stiegen wir in einen Bus nach Berkovitsa, einen kleinen Ort, wo nicht viel passierte; es ging eher darum, in den Lagermodus zu kommen. Kochen, den Ort ansehen (ob er nun einen oder doch zwei Glockentürme hat), auf die Rucksäcke aufpassen, in einem Restaurant essen gehen und die billigen Preise feiern – so ging der erste Tag in Bulgarien gemütlich zu Ende.

Am Mittwoch fuhren wir mit dem Bus nach Montana, der nächsten größeren Stadt. Dort machten sich Güssi und Flo auf die große Suche nach einer Transportmöglichkeit zu den Devetashka Höhlen, währenddessen chillten wir im nahen Park und spielten Hadschball. Mit dem Zug und dreimal Umsteigen ging es dann nach Pleven, von wo aus wir mit fünf Taxis zu den Höhlen fuhren; nach einem kleinen Disput mit den Taxlern war dann auch preislich alles geklärt. Nachdem alle Rucksäcke auf einem Hügel abgestellt waren und sich zwei Gruppen gebildet hatten, konnten die Ersten auch schon die Höhle besichtigen, welche gut 30.000 Fledermäusen von 15 Arten ein zuhause bietet. Zurück bei den anderen ließen wir den Abend am Lagerfeuer mit “Schneewittchen” gemütlich ausklingen.

Der nächste Tag bescherte uns eine vormittägliche Wanderung in der Sonne zum nächsten Bahnhof, denn anders wären wir nicht von den Höhlen weggekommen; der nächste und einzige Zug nach Ruse ging aber erst am Nachmittag, weswegen wir die Wartezeit mit Haare waschen, Hadschball und Streunerhunden verbrachten. In Ruse angekommen bezogen wir in Ermangelung eines geeigneten Schlafplatzes ein Hostel und nutzten die Gelegenheit zum ordentlichen Duschen. Am Abend gingen wir alle gemeinsam essen und trafen auf drei Bulgarier, die uns in eine Karaokebar mit Rock- und Metalstil mitnahmen. Dort brachten wir ihnen Falcos “Jeanny” und “Rock me Amadeus” sowie “Hulapalu” und “Major Tom” näher, was alles in allem recht gut ankam.

Nach der Karaokenacht verbrachten wir den nächsten Tag damit, Ruse anzusehen, was für die meisten damit endete, dass man zweimal Eiskaffee trinken war, über die Donau nach Rumänien hinübersehen und einige von österreichischen Architekten entworfenen Häuser besichtigen konnte. Danach fuhren wir mit dem Zug weiter nach Provadija, wo wir uns die Ovech-Festung ansehen wollten; da wir jedoch spät ankamen, suchten wir uns ein Restaurant und aßen dort zu bulgarischer Folkmusik, die auf Dauer doch etwas anstrengend wurde. Schlafen taten wir am Balkon einer Schule, wobei wir in der Nacht Schüsse hörten, gestört wurden wir aber nicht.

Am Samstag wanderten wir in zwei Gruppen zur Ovech-Festung hinauf, schauten uns die alten Mauern an und genossen die Aussicht. Danach ging es mit dem Zug weiter nach Varna, von wo aus wir per Bus weiter nach Nessebar, einer kleinen, aber touristischen Stadt am Schwarzen Meer, fuhren. Dort nahmen wir erst einmal einen nicht unbeträchtlichen Teil eines kleinen Strands ein und nutzten die Gelegenheit zum Schwimmen gehen, trotz vieler Algen im Wasser. Außerdem machten wir ein Video für Michi und Lotta – alles Gute! – und viele von uns gingen noch essen. Leider fielen wir auch ein paar Mal den Möwen zum Opfer, doch das trübte die Stimmung keineswegs. Später erfreuten sich noch einige am Preis für eine Flasche Gin in der ”Music Box” und kehrten erst am nächsten Tag zum Schlafplatz am Strand zurück, da sie sich noch den Sonnenaufgang ansahen.

Dementsprechend wurde am Sonntag viel geschlafen und eigentlich Großteiles nur gechillt – Stadt anschauen, Eis essen, Sonnenbrände diverser Stärke behandeln, schwimmen, Souvenirs und Postkarten besorgen, am Abend noch einmal essen gehen – danke an Schu fürs Restaurants empfehlen!

Am Tag darauf ging es weiter nach Sozopol, genauer gesagt zu einem Campingplatz mit Zugang zum Meer. Dort gingen wir wieder baden, sahen einige Quallen, gruben Löcher in den Sand, zeichneten eine Kaffeekanne und entspannten in der Sonne. Zudem machten wir den Laden des Platzes unsicher und kochten, zur Begeisterung unserer Nachbarn. Spät am Abend versuchte sich eine kleine Gruppe am Meditieren am Strand und ließ sich auch von lautem Geschrei einer Gruppe Jugendlicher letzten Endes nicht aufhalten. Obwohl manche von uns schon recht müde waren, schafften wir noch zwei Runden Werwolf, was den Abend lustig ausklingen ließ.

Obwohl wir den Bus nach Burgas nur knapp erwischten, war es ein relativ ruhiger Morgen – Milchreis wurde gekocht, Badesachen getrocknet und letzte Fotos vom Meer gemacht. In Burgas schauten sich einige die Stadt an, tranken Eiskaffee und einige kochten noch schnell im Meerespark, denn dann überraschte uns der Regen und wir fuhren mit dem Zug nach Kazanlac weiter. Der Regen folgte uns allerdings. Im dortigen Rosenpark (ohne besonders sehenswerte Rosen) starteten wir einen Hadschballversuch, mussten wegen des Regens jedoch leider abbrechen. Das Thrakergrab war auch nicht zugänglich, daher suchten wir nach einem regensicheren Schlafplatz, den wir schlussendlich im Rohbau eines Hotels fanden.

Weiter ging es früh am nächsten Tag über Karlovo nach Plovdiv, wo wir erst geplant hätten, mit Autos oder einem Bus zu einer Höhle mit dem größten unterirdischen Wasserfall zu fahren, doch beides war nicht möglich, daher besorgten wir auf die Schnelle Zimmer in einem Hostel und sahen uns die Stadt an. Wir lauschten einem Konzert in einem Amphitheater mitten in der Stadt, besahen uns eine Moschee und gingen am Abend gemeinsam essen. Anschließend gingen wir auf den Stadtberg und Eva wurde das Halstuch verliehen. Das wurde in einer irischen Bar dann auch gebührend gefeiert.

Am Donnerstag fuhren wir in einen nahen Aquapark mit zahlreichen Rutschen, die natürlich alle ausprobiert wurden. Im Wellenbad wurden dann auch noch Hahnenkämpfe ausgefochten und gedümpfelt, Thai-Eis wurde probiert und eine anhängliche Gottesanbeterin besuchte uns. Den Zug nach Iskar erwischten wir nur knapp und nachdem wir in dem “Park” beim dortigen Bahnhof verscheucht worden waren, dauerte es lange, bis wir eine Wiese zum Schlafen gefunden hatten.

Tags darauf wurden wir von einem vorbeiziehenden Hirten samt Ziegen geweckt, danach erschallte zur Sicherheit noch einmal Güssis Wecker, denn wir wollten den richtigen Zug nach Sofia erwischen. In der Hauptstadt angekommen luden wir die Rucksäcke im Hostel ab und wurden dann von einem Bus abgeholt und zum Rafting auf der Struma gefahren. Die motivierten Guides zeigten uns die wichtigsten Kniffe, dann ging es nach einigen Sprüngen in den Fluss von einem Felsen aus schon los. “Flip the boat”, “Is he serious?” und “Forwards!” waren die am häufigsten zu hörenden Kommentare, und es gab bei einem 6 Meter Felsen eine weitere Gelegenheit zum Springen, die wir nutzten. Nebenbei erfuhren wir auch etwas über die Umgebung des Flusses und dessen Geschichte. Wieder zurück in Sofia wurde geduscht und dann ging es zu einem Restaurant, das uns von einem der Guides empfohlen worden war. Wir erhielten wieder Begleitmusik zum Essen, ein Folkmusiktrio, die uns dann auch noch ein Extraständchen spielten – sehr zur Begeisterung mancher. Dann besuchten wir noch zwei gemütliche Bars und gingen durch die nächtliche Stadt zurück zum Hostel.

Der letzte Lagertag verlief recht gemütlich. Wir ließen uns in einem kleinen Park nieder und gingen dann abwechselnd die Stadt ansehen, was in der Hitze nicht unbedingt angenehm war. Wir schauten auch auf einem Flohmarkt nahe der Alexander Newski Kathedrale vorbei, lernten den Verkäufer Nikolai kennen, der uns seine Lebensweisheiten mit auf den Weg gab, und machten letzte Einkäufe für die Rückfahrt. Vor dem einsetzenden Regen flüchteten wir dann zum Busbahnhof und besuchten noch einmal den dortigen Billa, um die letzten Lew loszuwerden.

Nach langen Wartezeiten an diversen Grenzen und neuen Stempeln in den Pässen erreichten wir Wien gegen Mittag und fuhren mit dem Zug zurück nach Salzburg.

Alles in allem war es ein einmaliges Lager, bei dem wir einen guten Eindruck von Bulgarien und all seinen Facetten bekamen. Berge, Meer, Sonnenblumen und billiges, aber gutes Essen – Danke Bulgarien und Gut Pfad!
Andrea