Die Geschichte der Pfadfindergruppe Maxglan

Die Geschichte der Pfadfindergruppe Maxglan reicht nun schon fast 100 Jahre zurück. In dieser Zeit ist viel passiert, politisch turbulente Zeiten, ein Weltkrieg und selbst unsere Heimatgemeinde Maxglan hat dabei einen großen Wandel durchgemacht. Doch gab es dabei immer enge Freundschaften in unserer Gruppe und gute Zeiten. Gemeinsam haben wir vieles erlebt und möglich gemacht. Hier ein Streifzug durch unsere Geschichte.

Inhalt
Die Gründung
Das erste Jahrzehnt von 1928 bis 1938
Das Jahr 1938 und ein vorläufiges Ende
Ein Neubeginn. Die ersten Nachkriegsjahre in Maxglan
Die 1950er Jahre in Maxglan

Die Gründung

von Christoph Fuchs

Das offizielle Gründungs­datum der Pfadfindergruppe Maxglan ist der 2. Dezember 1928. An diesem Tag fand eine Stiftungsfeier im Pfarrhof der Maxglaner Kirche statt. „Um 1 Uhr Mittag waren alle Pfadfinder im Pfarrhof. Um 2 Uhr gingen wir zum hl. Rosenkranz. Um ½ 3 Uhr begann die Stiftungsfeier. Zuerst wurde die Salzburger Landeshymne gesungen. Dann hielt Ratscha von Rojapetter eine [sic!] Begrüßungsrede. Vor allem begrüßte er die beiden Fahnenpatinnen, dann die Vertretung der Pfadfinder aus der Stadt, des christl. deutschen Turnerbundes und die Vertretung des Reichsbundes. Mit großem Jubel wurde die Begrüßung angenommen. […] Old Shatterhand dankte Herrn Kuraten für die lieben Worte.“  1 und so weiter… So schilderte Otto Höllermann als erster Schriftführer der Gruppe im Protokollbuch die Feierlichkeit.

Dieser kurze Absatz erscheint uns heute doch etwas seltsam. Es lohnt sich jedoch einen genaueren Blick darauf zu werfen. Die Nähe zur Kirche ergab sich durch einen katholisch geführten Knabenhort, der als Vorläufer unserer Pfadfindergruppe gilt. Gegründet wurde dieser am 2. Dezember des Jahres 1925, also genau drei Jahre vor der Stiftungsfeier. Wir können also davon ausgehen, dass diese nicht ohne Grund auch am 2. Dezember abgehalten wurde. Der Knabenhort wurde von Pater Nikolaus Huber OSB gegründet, dem damaligen Pfarrer in Maxglan und Kuraten der Pfadfindergruppe, und von einem gewissen Franz Bayer, der sich als Obmann des als Verein organisierten Knabenhorts verantwortlich zeigte. Knabenhorte gab es bereits ab 1905 als militärische Vorerziehungsanstalten. Die Knabenhorte und deren Weiterführung für jugendliche Burschen in der Jugendwehr waren auch noch in der ersten Republik gut organisiert, wichen aber nach und nach anderen Jugendorganisa­tionen. Um 1911 wurde der erste dieser Knabenhorte in Wien von Oberleutnant i. R. Emmerich Teuber („Papa Teuber“ genannt) in eine Pfadfindergruppe umgewandelt und kurz darauf ein Pfadfinderbund gegründet.2

Man muss davon ausgehen, dass es die Maxglaner Pfadfindergruppe bereits vor der Stiftungsfeier gegeben haben muss. Fünf Einträge – zeitlich vor der Stiftungsfeier – zeugen davon. Ein exaktes Datum für den Beginn der Pfadfinderarbeit in Maxglan ist schriftlich jedoch nicht überliefert. Das älteste Zeugnis pfadfinderisch anmutender Arbeit in Maxglan ist ein Foto, das am 6. Mai 1928 bei einem Ausflug nach Mattsee aufgenommen wurde. Ab 14. Oktober 1928 wurde ein Gruppenlogbuch geführt mit dem Titel „Protokoll der Pfadfindergruppe St. Georg, Ortsgruppe Maxglan“. Dort heißt es, dass die Pfadfindergruppe St. Georg aus Maxglan an der Jubiläumsfeier anlässlich des 300-jährigen Bestehens des Salzburger Doms am 24. September 1928, teilgenommen hat. „Beim Domjubiläum marschierten nicht die Knaben­hortler mit, sondern es schritt im Takt das Pfad­finderkorps St. Georg einher.“3 Im ersten Protokoll über eine Versammlung hielt der Schriftführer die Einteilung der 35 Mann starken Gruppe fest: zwölf Pfadfinder in zwei Patrullen – Löwen und Spechte – sowie eine elfköpfige Wölflingsmeute. 

Das älteste Zeugnis der Pfadfinder in Maxglan von einem Ausflug am 6. Mai 1928 nach Mattsee.

Die Pfadfinderleiter und Kornetten trugen, wohl aus der Knabenhorttradition heraus, abenteuerliche Namen wie Winnetou, Old Shatterhand, Ratscha von Rojapetter, Hadschi Halef Omar, Hassan und Hartherz. Wie sie mit ihren bürgerlichen Namen hießen, ist nicht überliefert. Diese Namen entstammten zum Großteil aus Abenteuerromanen von Karl May, die sich damals großer Beliebtheit erfreuten und weit verbreitet waren.

Rechtlich zählten die Maglaner Pfadfinder zu den Pfadfindergruppen des österreichischen Pfadfinder­korps St. Georg, das seit 1927 in den Reichsbund der katholischen deutschen Jugend Österreichs eingegliedert war. In Salzburg waren die Maxglaner aber bei weitem nicht die ­ersten Pfadfinder. Mündlichen Über­lieferungen nach gab es in der Stadt Salzburg schon um 1920 Pfadfinder. Sie wurden von Herbert Grimm bis 1924 geführt. Nachweislich entstand 1924 in Oberndorf, geleitet vom Volksschul­lehrer Hermann Rasp, die erste offizielle Pfadfindergruppe. Fast zeitgleich wurde in der Stadt Salzburg die Gruppe Salzburg 2 „Papa Teuber“ von Niki Cevela gegründet. In den Folge­jahren kamen einige weitere Gruppen des Österreichischer Pfadfinderkorps St. Georg (gegr. 1926) hinzu: in der Dompfarre (unter Dom­pfarrer Holz­trattner und Walter Watzenböck) auf der Edmundsburg, 1935 in St. Andrä (durch Alfred Richter) und 1936 in Itzling.4

Das erste Jahrzehnt von 1928 bis 1938

von Christoph Fuchs

In unserm ersten Protokollbuch findet man eine Aufstellung der Aktivitäten, die im ersten offiziellen Jahr der Gruppe abgehalten wurden „4 Rodelausflüge auf den Mönchsberg und Walserberg, 6 ganztägige Ausflüge u. zw. [und zwar]: 2 auf den Gaisberg, je einen auf die Neubichlalm in Bayern, ferner 4 halbtägige Ausflüge u. zw. [und zwar] nach Fürstenbrunn, Josefiau, Saalach und Mönchsberg-Festung. Nun kam noch eine Radfahrpartie nach Lamprechtshausen dazu. Weiters hatten wir in diesem Vereinsjahr 5 Generalkommunionen. Aber auch beim Fackelzug zu Ehren des hl. [heiligen] Vaters in Rom beteiligte sich die Pfadfindergruppe. Einige Pfadfinder nahmen auch bei der Fahnenweihe des katholischen Burschenvereins Abtenau und an der Fahnenweihe des christlichen Turnerbundes in Salzburg teil. Wir veranstalteten mit dem Knabenhort gemeinsam eine Weihnachtsfeier der Pfadfinder des ganzen Landes Salzburg im Kurhaus. Wie alle Jahre so gingen wir auch heuer wieder Sternsingen, dies brachte uns wieder ein schönes Sümmchen Geldes herein.“5 Aber es gab innerhalb der Gruppe auch große Unstimmigkeiten, die nicht näher belegt sind. Als Folge davon wird der Gruppenleiter Franz Kübler mit einigen seiner „Getreuen“ im ersten Jahr (1929) im Zuge einer Versammlung wegen „schwerwiegender Gründe“ ausgeschlossen und Karl Lauth übernimmt darauf die Führung der Gruppe. Im selben Jahr verlässt auch der Kurat Pater Nikolaus Huber die Gemeinde Maxglan und wird von seinem Kooperator Pater Sighard Wuppinger abgelöst. Im März 1930 verlässt Karl Lauth die Gruppe wieder. Kriegner wird neuer Feldmeister, also Leiter des Pfadfindertrupps, aber auch er wird einige Monate darauf von Otto Höllermann abgelöst, der bislang als Schriftführer der Gruppe tätig war. Dieser häufige Wechsel und die Unsicherheit in der Führung der Gruppe spiegelt die allgemeine Situation des noch jungen katholischen Pfadfinderkorps St. Georg wider. Am 8. Dezember 1930 besucht der Landeskurat Holztrattner die Gruppe in Maxglan und klärt über die Ziele, Methoden und Aufgaben der Georgspfadfinder auf; daraufhin bricht in Maxglan großer Eifer aus. 

Die Wölflinge am Weg nach ­Lamprechtshausen vom Sommerlager in Michelbeuern 1933.
Die Patrulle Wölfe am Sommerlager in Michaelbeuern 1933 am Mattsee
Die Patrulle Wölfe am Sommerlager in Michaelbeuern 1933
Pater Sighard bei der Inspektion des Essgeschirrs am Sommerlager in Michaelbeuern 1933.

Der Reichsbund und das Pfadfinderkorps St. Georg

Das Pfadfinderkorps6 Sankt Georg, zu dem sich auch die Ortsgruppe Maxglan zählte, war eine Teilorgani­sation des sogenannten Reichsbundes. Der Reichsbund wurde im Mai 1918 als Zusammen­schluss aller katholischen Jugendorgani­sationen gegründet. Das Bündnis wurde noch vor Ende des Ersten Weltkriegs gegründet und nahm damit schon Bezug auf einen neuen Staat, ein neues Reich, das der Monarchie folgen würde. „Der Reichsbund der katholischen Jugend Österreichs vereint die Diözesanverbände zur Reichseinheit und zur einheitlichen Arbeit im Reiche. Die katholischen Jugendorganisationen müssen auch eine Reichsorgani­sation sein, welche auf die Jugendgesetzgebung des Staates maßgebenden Einfluß hat.“7

Stempel des Pfadfinderkorps St. Georg, Ortsgruppe Maxglan, 1930

Für den kleinen ­Verein in Max­glan muss in den Anfangs­jahren die Zugehörigkeit zur großen Organisation des Reichsbundes eine zentrale und wichtige Rolle gespielt haben. Davon zeugt die Erwähnung des Reichsbundes in unzähligen Einträgen im Protokollbuch und das Zusammentreffen mit vielen anderen Gruppierungen des Reichsbundes wie Knabenhorten, Gesellenvereinen, Turnern, Jung-Reichsbund und anderen katholischen Vereinen sowie die Tatsache, dass die Werte und Ziele des Reichsbundes auch in Maxglan hochge­halten wurden.8 Sich selbst bezeichneten die jungen Pfadfinder aus Maxglan aber nie als Reichsbündler, zumindest nicht in den überlieferten Aufzeichnungen unserer Gruppe. Sie fühlten und benannten sich wohl ganz als Pfadfinder. Auch die in den ersten beiden Jahren noch verwendeten Abenteuer­namen wie Ratscha von Roja­peter, Old Shatterhand usw. wurden bald abgelegt.

Im Protokollbuch ist zu lesen, dass der Kornett und Gruppenleiter Karl Lauth 1930 die Gruppe verlässt, weil er Obmann des Reichsbunds wird – das dürfte jedoch eine Übertreibung sein. In den offiziellen Auflistungen des Reichsbunds scheint Lauth nicht auf, dafür aber ein anderer Maxglaner, Richard Treuer. Treuer war selbst nie in Maxglan als Pfadfinder tätig, er war jedoch von 1928 bis 1933 stellvertretender Obmann in der Bundesleitung des Reichsbunds in Österreich und dort bekannt für seine richtungsweisende Arbeit am Steyrer Bekenntnis.9 Vielleicht ist hier aber eine Verbindung zu Maxglan und Karl Lauth gegeben und Lauth wurde aus Maxglan zur Mitarbeit in die Bundesleitung abgezogen.

Für die Maxglaner zeigte sich das Österreichische Pfadfinderkorps St. Georg (kurz ÖPK) vor allem in größeren Veranstaltungen, an denen sie ab 1933 teilnahmen. So nahm der Kurat der Gruppe, Pater Sighard, im August 1933 am 4. ­Jamboree in Gödöllő in Ungarn teil. Im Februar 1934 nahm man beim Skirennen des ÖPK teil und im April des gleichen Jahres marschierte man mit anderen Pfadfinder­gruppen des ÖPK mit Fahnen zu einer vaterländischen Kundgebung am Domplatz in der Altstadt auf. Ein erster großer Höhepunkt für die Maxglaner war die Teilnahme am großen Pfingstlager des Pfadfinderkorps Salzburg in Fuschl. Aber auch zum Österreichischen Pfadfinderbund (ÖPB) gab es Kontakt. So ist eine Begegnung mit Wölflingen des ÖBP beim Sommerlager 1933 der Wölflinge in Michaelbeuern dokumentiert.

Wupeifu – Pater Sighard Wuppinger OSB 

Eine zentrale Rolle in jener Zeit nahm der Kurat der Gruppe Pater Sighard Wuppinger ein. Im bürgerlichen Namen Johann Wuppinger (1898–1975) kam Pater Sighard im September 1929 als Kooperator nach Maxglan. Schon bald begann er sich auch für die Pfadfinder zu interessieren. Schon bald zeigte sich der Kurat auch als Gruppenfeldmeister (heute als Gruppenleitung bezeichnet). Über Pater Sighard heißt es im Protokollbuch, er habe die Einheit der Pfadfindergruppe wiederhergestellt. Darüber hinaus hat er die Pfadfinderarbeit entscheidend geprägt. Er kümmerte sich um viele Einzelheiten, sorgte für Gemeinschaftsveranstaltungen mit anderen Pfadfindergruppen in der Stadt und baute eine äußerst aktive Theatergruppe auf, deren Kern aus Mitgliedern der Patrulle Eulen bestand. Er war auch der erste Maxglaner auf einem internationalen Lager, dem Jamboree in Gödöllö 1933. 

Pater Sighard Wuppinger, um 1931
Das Abzeichen von Pater Sighard vom Jamboree 1933 in Gödöllö in Ungarn.

Die Teilnahme am Lager mit über 25.000 Teilnehmer aus 34 unterschiedlichen Ländern, davon 60 aus Österreich, zeigte nicht nur bei Pater Sighard große Wirkung, sondern auch bei seinen Schützlingen. So finden sich im Logbuch der Wölfe mehr als zehn Seiten mit Fotos, Karten und Berichten vom Jamboree, obwohl niemand der jungen Pfadfinder in Ungarn mit dabei war.

Die Finanzkrise der 1930er Jahre brachte jedoch besonders harte Zeiten für die Bevölkerung. Pater ­Sighard setzte sich aber auch hier für seine Pfadfinder ein. Durch Theateraufführungen, Verkauf von Sammelblocks und persönliche Bettelbriefe ermöglichte er auch mittellosen Pfadfindern die Teilnahme am bundesweiten Zeltlager des Pfadfinderkorps St. Georg vom 10. bis 27. Juli 1936 in Laxenburg. Unter den Spendern scheint auch der ­damalige Landeshauptmann von Salzburg, Dr. Rehrl mit einem Betrag von 10 Schilling auf.10 Eine beachtliche Summe, wenn man bedenkt, dass ­vielen Mitgliedern der Gruppe selbst die Bezahlung des Monatsbeitrages von 20 Groschen nicht möglich war. Das Lager kostete 50 Schilling pro Person (zum Vergleich: eine Semmel kostete damals 8 Groschen, eine Kinokarte 70 Groschen).11 Das Laxenburger Lager scheint aber dennoch für die 10 teilnehmenden Maxglaner Pfadfinder das Ereignis der Zwischenkriegszeit schlechthin gewesen zu sein. Kontakte zu Gruppen in anderen Bundesländern wurden geknüpft und das Ansehen der „Dörfler“ aus Maxglan stieg innerhalb Salzburgs. Auch Pater Sighards Spitzname Wu-Pei-Fu taucht in den Logbüchern zu dieser Zeit das erste Mal auf.

Die Maxglaner beim Zeltschupfen am Bundeslager in Laxenburg, 1936.
Der Bundeskanzler Kurt Schuschnigg besucht das Lager 1936 in Laxenburg und begrüßt die Maxglaner.
Pyramide am Lager in Laxenburg 1936.
Der Pfadfinderkorps St. Georg am Jamboree in Vogelenzang 1937. Pater Sighard mitten drin.

Politisch turbulente Zeiten

Die politisch turbulente Zeit in den 1930er Jahren brachte viele Probleme für die Bevölkerung und auch für die Pfadfinder. Neben Geldnöten plagte vor allem der politische Einfluss die verschiedensten Gruppierungen. So konnten zum Beispiel die aus dem benachbarten Bayern stammenden Mitglieder mit der Einführung der Tausend-Mark-Sperre nicht mehr an den Heimstunden teilnehmen, wie auch ein Brief im Logbuch der Wölfe bezeugt. Gruppierungen mussten sich zunehmend politisch eindeutig positionieren. Der Reichsbund und alle seine Teilorganisationen stellten sich entschieden gegen den Faschismus und die Nationalsozialisten. Zeugnis dafür bieten die unzähligen Einträge im Logbuch der Patrulle Wölfe die zur „Treue dem Vaterland“ aufrufen. Die politische Gesinnung und die „Vaterland Treue“ sind auch ein Grund dafür, dass das Pfadfinderkorps St. Georg ab 1934 weiterhin selbständig bestehen kann. Die meisten Organisationen müssen sich der Staatsjugend und der Vaterländi­schen Front unterordnen. Josef „Pepi“ Zauner (1920–2005), bereits in den 1930er Jahren bei den Maxglaner Pfadfindern, erzählte aus dieser Zeit, dass es auch zu Überfällen durch die damals noch verbotene Hitlerjugend kam, dabei gab es oft Raufereien und Feindschaften, die sich bis in die Schule weiterzogen … „eine harte Zeit.“

Der Anschluss Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland im März 1938 führt zum Verbot der Pfadfinder. Einen Tag nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in Salzburg konnte Zauner, nach eigenen Angaben, noch einiges an Ausrüstung und Dokumenten unter seinem Poncho an den deutschen Soldaten vorbei aus dem damaligen Pfadfinderheim im Ganshof retten. „Was mich heute jedoch noch ein wenig traurig stimmt, ist, dass ich es nach dem V­erbot und der Auflösung nicht geschafft habe mich trotzdem zumindest einmal geheim zu treffen“ so Josef „Pepi“ Zauner.12

Ein wunderbares Zeugnis dieser Jahre sind die Logbücher der Patrullen aus dieser Zeit. Das Logbuch der Patrulle Wölfe zeigt die Jahre 1933 bis 1950 mit vielen sehr künstlerischen Zeichnungen und Fotografien aus der Zeit.

Logbuch der Wölfe (PDF)

Das Jahr 1938 und ein vorläufiges Ende

von Christoph Fuchs und Max Wirnsberger

Das Jahr 1938 bildete ein einschneidendes Ereignis in der Geschichte – und das nicht nur in jener unserer Pfadfindergruppe. Um die Zusammenhänge besser zu verstehen geben wir euch als Einleitung einen Überblick über die politische Situation der Ersten Republik.

Zur politischen Situation in der ersten Republik

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs 1918 und der Niederlage Österreich-Ungarns formte sich aus den Resten der großen Monarchie die Erste Republik. Die ersten Wahlen fanden im Oktober 1920 statt. Die Politik bis zum Beginn der 1930er Jahre war vom Gegensatz der bürgerlichen Regierung und der sozialdemokratischen Opposition geprägt. Die Weltwirtschaftskrise von 1929, die damit verbundene steigende Zahl der Arbeitslosen sowie die Spannungen zwischen den politischen Lagern, mit ihren paramilitärischen Verbänden (christlichsoziale Heimwehr und sozialdemokratischer Schutzbund), führten zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen, die ihren Höhepunkt im Februar 1934 erreichten. Die Situation führte zur „Selbstausschaltung des Parlaments“13, einer Einheitspartei (der Vaterländischen Front) und zu einem autoritären Ständestaat (auch Austrofaschismus genannt) unter Engelbert Dollfuß und Kurt Schuschnigg.

Neben den beiden Lagern, die heute mit der ÖVP und der SPÖ verglichen werden können, gab es jedoch noch weitere politische Lager wie zum Beispiel die Kommunisten und die NSDAP (Nationalsozialistische deutsche Arbeiterpartei, meist als Nazis bezeichnet). Bereits 1932 gelang der NSDAP ein erster Durchbruch in Österreich. In Wien, Niederösterreich und Salzburg wurden die Landtage gewählt, in der Steiermark und Kärnten die Gemeinderäte. Einziger Sieger der Wahlen war die NSDAP, in Salzburg kam sie auf knapp 21 Prozent der Stimmen.14 In Maxglan konnten die Nationalsozialisten sogar 28 Prozent der Stimmen erreichen.15 Kurz darauf (1933) kam Adolf Hitler im benachbarten Deutschland an die Macht und auch in Österreich führte das zu einem Anstieg der NS-Begeisterung in der Bevölkerung. In Österreich war die NSDAP jedoch mittlerweile verboten worden, so wie auch alle anderen politischen Konkurrenten der regierenden Vaterländischen Front. Die Nationalsozialisten antworteten auf das Verbot mit Terror. Im Juli 1934 erreichte die nationalsozialistische Gewalt in Österreich ihren Höhepunkt mit einem Putschversuch, bei dem auch der Bundeskanzler Dollfuß erschossen wurde.

Die politisch instabile Lage und die Demontage der Demokratie machten auch vor der seit 1919 sozialdemokratisch geführten Gemeinde Maxglan nicht halt. Bei der Gemeinderatssitzung im August 1933 wurden die Gemeinderäte ihrer Mandate beraubt und zwei Jahre später (1935) wurde Maxglan in die Landeshauptstadt eingemeindet.

Rot-weiß-rot bis in den Tod!
Es galt als mutig, ein Pfadfinder zu sein

Ab 1936 wurden alle Jugendorganisationen und Jugendvereine im Österreichischen Jungvolk (ÖJV), als Staatsjugendorganisation der Austrofaschisten organisiert. Eine Ausnahme bildete die sogenannte Konkordatsjugend16 zu der auch das Pfadfinderkorps St. Georg17 und damit auch wir Maxglaner Pfadfinder zählten.18 Die ersten Jahre verliefen dabei recht gut, wie in der letzten Ausgabe der Glocke19 geschildert. Mit dem Aufstreben des Nationalsozialismus wurde es für die Pfadfinderbewegung sehr schwierig und unangenehm. In der Propaganda des nationalsozialistischen Regimes in Deutschland wurden die Pfadfinder bekämpft und verunglimpft, sie galten als „internationalistisch“. Die Nazis in Österreich übernahmen diese Haltung natürlich. In einer Passage aus dem Dienstbuch der NSDAP (bereits 1932 in Wels erschienen) liest man über die Pfadfinder: „Aus der Weite ihres völkischen Weltbildes heraus muss die HJ auch die kirchlichen Jugendorganisationen als konfessionell eingeengt und daher die völkische Einheit der deutschen Jugend störend ablehnen […]. Das Gleiche gilt für das Pfadfindertum, das nicht deutscher Eigenart entsprungen, sondern als angelsächsischer Import zu uns gekommen ist.“20

Infolgedessen kam es in Österreich zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen der illegal existierenden Hitlerjugend und den Pfadfindern. Berichten zufolge wurden Sprengsätze in Pfadfinderheimen gezündet und sogar Gruppenfeldmeister21 ermordet.22 Auch in Maxglan gab es Überfälle und Raufereien am Schulhof zwischen den Nationalsozialisten und den Pfadfindern, wie Josef „Pepi“ Zauner erzählt.23

Bis zum Verbot im März 1938 sah man Pfadfinder auf Widerstandskundgebungen gegen das Regime und auf Fackelzügen, die von der Vaterländischen Front organisiert wurden. Es galt mittlerweile als mutig, ein Pfadfinder zu sein und auch im ÖJVfiel man durch besonders gutes und ordentliches Verhalten auf. Innerhalb der Gruppe waren Zusammenhalt und Geborgenheit großgeschrieben.

Am 20. Februar 1938 hielt Adolf Hitler eine Rede vor dem deutschen Reichstag.24 Er sprach dabei über das Verhältnis des Deutschen Reichs zu Österreich. Für die bekennenden Nationalsozialisten in Österreich war es ab nun nur noch eine Frage von Tagen, wann der Anschluss an das Deutsche Reich erfolgen wird. Zu einem Fackelzug der Nazis am nächsten Tag (21. Februar 1938) zum Salzburger Residenzplatz kamen etwa 19.000 Teilnehmer und weitere 15.000 versammelten sich entlang der Straßen. An der Spitze wurden Transparente mit „Heil Hitler!“, „Sieg Heil!“ und „Österreich ist erwacht!“ getragen, Fahnen und Lampions mit Hakenkreuzen wurden verteilt, ganze Gruppen in SA und SS-Uniformen nahmen teil.25 Einige Tage später, am 25. Februar, veranstaltete die Vaterländische Front eine Gegenveranstaltung ebenfalls in Form eines Fackelzugs als „Ausdruck des geschlossenen Willens für ein freies, unabhängiges, christlich-deutsches Österreich“26. Auch das Pfadfinderkorps Maxglan war dabei. In den Logbüchern der Patrulle Wölfe und der Patrulle Adler zeugen die Aufrufe zum Fackelmarsch als letzter Eintrag vom Versuch des Widerstands gegen den Anschluss an das Deutsche Reich. Das Erscheinen war Pflicht und sollte ein politisches Bekenntnis sein: „Kommst Du nicht, dann nehmen wir an, dass Du auch weiterhin nicht mehr bei uns sein willst! […] Österreich! Rot-weiß-rot bis in den Tod!“27 Laut polizeilicher Zählung hätten 24.000 Personen am Umzug teilgenommen und 30.000–35.000 bei der Schlusskundgebung am Residenzplatz.28 In den Tagen danach gab es noch zahlreiche weitere Kundgebungen, wie zum Beispiel eine zehnstündige Anbetung für die Anliegen des Vaterlandes Österreich im Dom; daneben sah man aber immer mehr Leute mit Hakenkreuzbinden um den Arm, obwohl das Tragen des Hakenkreuzes noch verboten war.

Aufruf zum Fackelzug am 25. Februar 1938 aus dem Logbuch der Patrulle Adler.

Die Situation spitzt sich zu

In der Nacht vom 10. auf 11. März bewahrheitete sich die Vermutung. Am nächsten Tag trug ein großer Teil der Salzburger Bevölkerung Hakenkreuz-Armbinden, teilweise eilig selbst hergestellt, Leute grüßten schon mit „Heil!“. Viele Militärfahrzeuge fuhren in der Maxglaner Hauptstraße auf, die Hauptschule wurde von der SA besetzt und Flieger warfen Flugblätter ab mit dem Inhalt „Die NS-Regierung Deutschlands begrüßt die NS-Regierung Österreichs“.29

Im Gasthof Ganshof in Maxglan feierte schon die SS. Es herrschte leichter Regen und der Hilfsfeldmeister Pepi Zauner schmuggelte das gesamte Material der Gruppe unter einer weiten Regenpelerine aus dem Heim im Ganshof. Er ging ungefähr 15-mal ins Heim und konnte so auch die Logbücher retten, die uns heute als wichtiges Zeugnis für diese Zeit dienen. Ein paar Tage später, als die Nazis das Material einkassieren wollten, fanden sie nur das leere Heim vor und glaubten, alles sei schon beschlagnahmt worden. Erst jetzt stellte sich heraus, dass einer der Pfadfinder schon vorher bei den Nazis war.30

Am 13. März beschließt die Regierung Seyß-Inquart das „Bundesverfassungsgesetz über die Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich“. Zur nachträglichen Legitimation setzten die Nationalsozialisten für den 10. April 1938 eine Volksabstimmung im gesamten Deutschen Reich über den Anschluss an. Offiziell stimmten 99,73 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher für den Anschluss, nachdem die jüdische Bevölkerung gemäß den Nürnberger Rassegesetzen und sämtliche sonstige Gegner des NS-Regimes von der Abstimmung ausgeschlossen worden waren.31

Das Verbot der Pfadfinder

Mit dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich wurde das ÖJV und alle Gruppen der Konkordatsjugend verboten und der Hitler-Jugend (HJ) zugeordnet. Anfangs war dort die Mitgliedschaft noch freiwillig, doch mit der Einführung der „Jugenddienstpflicht” im Jahr 1939 gehörten nahezu alle Jugendlichen von 10 bis 18 Jahren der HJ an. Hier wurden sie nach Alter und Geschlecht getrennt in gesonderten Formationen erfasst. Im Deutschen Jungvolk und im Jungmädelbund waren die 10 bis 14-Jährigen organisiert, in der HJ im engeren Sinne und im Bund Deutscher Mädel (BDM) die Jungen und Mädchen zwischen 14 und 18 Jahren.32

Die meisten Österreicher und Österreicherinnen – und dazu zählten auch einige Angehörige der Pfadfinderbewegung – erhofften sich von Hitler bzw. dem nationalsozialistischen Regime in erster Linie eine Verbesserung ihrer persönlichen Lebensumstände.33

Bis Ende des Krieges 1945 gibt es von den Pfadfindern in Maxglan keine weiteren Berichte. Es finden zwar gelegentliche Treffen statt, teilweise auch mit Vertretern anderer ehemaliger katholischer Vereine, aber nichts davon ist dokumentiert oder konkret überliefert.

Ein Neubeginn.
Die ersten Nachkriegsjahre in Maxglan

von Walter Irnleitner und Ergänzungen von Christoph Fuchs

Endlich war der Krieg zu Ende

Am 4. Mai 1945 überquerten die ersten amerikanischen Truppen auf der Eisenbahnbrücke in Lieferung die Saalach. Damit war der Zweite Weltkrieg für Salzburg faktisch zu Ende.34 Das grauenvolle Morden auf den Kriegsschauplätzen und die Bombenangriffe auf unsere Stadt waren vorbei. Besonders die Spuren der Bombardements auf Salzburg waren in den ersten Jahren aber noch sichtbar: 547 Menschen starben durch Bomben, von ungefähr 7.000 Häusern wurden 3.180 beschädigt, 14.463 Personen wurden dadurch obdachlos. Auch in Maxglan richtete besonders der 8. Bombenangriff vom 20. Dezember 1944 große Schäden an.35 Nach dem Ende des Krieges am 8. Mai 1945 wurde Österreich in den Grenzen, wie sie bis zum Anschluss an das Deutsche Reich 1938 bestanden hatten, wiederhergestellt und in vier Besatzungszonen aufgeteilt. Das Bundesland Salzburg gehörte dabei zur US-amerikanischen Zone und stand unter dem Kommando der USFA (United States Forces in Austria). Das Hauptquartier der Amerikaner lag damals in Maxglan im Camp Riedenburg (der späteren Riedenburgkaserne und heute Quartier Riedenburg). Für die Pfadfinder war das eine günstige Situation, denn die Amerikaner und allen voran ihr Kommandant in Österreich General Mark Wayne Clark waren bekennende Freunde der „Boy Scouts“. Am 25. Juni 1945 wurden die Pfadfinder Österreichs36 als erste von der US-Militärregierung genehmigte Jugendorganisation in Salzburg neu gegründet37 und in Maxglan traf man sich am 20. Oktober des Jahres zum ersten Mal nach sieben Jahren wieder. Die Pfadfinder wurden von den Amerikanern auch dazu eingesetzt, die Trümmer der Bombenschäden im Kaiviertel in der Salzburger Altstadt aufzuräumen. Als Dank dafür wurde den Salzburger Pfadfindern einige Jahre später (1953) der Lagergrund „Katze“ unterhalb der Festung überlassen.38

Abgesehen von den sichtbaren Schäden an Gebäuden und den Toten und Verwundeten in den Familien, gab es jedoch auch große Probleme aus psychosozialer Sicht bei der älteren Jugend zwischen 14 und 18 Jahren. Sie war immer noch gespalten, die zentrale Frage „Sind wir besiegt oder befreit worden?“ stand im Raum, wurde aber kaum beantwortet. Die ideologische Beeinflussung von sieben Jahren systematischer Propaganda, aber auch das familiäre Umfeld der vielfach nationalsozialistischen Erwachsenengeneration war problematisch für die Wertefindung in den ersten Nachkriegsjahren. Für die jüngeren Jahrgänge im Wölflings- und Späheralter hatte das damals noch weniger Bedeutung.

Die Patrulle Eichkätzchen 1945: (hinten von links) Helmut Fischbacher, Peter Fuchs, unbekannt, Otto Rauscher, Guido Müller, Josef Schaber, (vorne von links) Holzleitner, Deisl und Harlander.

Das erste Jahr

Pater Hartwig, PaHa genannt, leitete die Gruppe als Gruppenfeldmeister, Josef „Pepi“ Zauner war Feldmeister (Leiter der Pfadfinder) und seine Schwester Hermine Zauner und Maria Berger waren für die Wöflingsmeute zuständig. Zu dieser Zeit gab es nur drei Altersstufen: Wölflinge, Pfadfinder und Rover – Pfadfinderinnen gab es damals nur in einer Gruppe in der Innenstadt. Bei den vier Patrullen in Maxglan – Wölfe, Schlangen, Füchse und Adler – war die Begeisterung für die Pfadfinderidee groß, vor allem deshalb, weil Pepi Zauner ein fantastischer Jugendleiter war. Er verstand es wie kein anderer, die Inhalte des Pfadfindertums auf eine Art zu vermitteln, die akzeptiert und verstanden wurde. Ehre, Treue und Hilfsbereitschaft waren zentrale Werte im Rahmen von Wahlspruch und Versprechen. Der Wortlaut des damaligen Pfadfindergesetzes war eindeutig, absolut und nicht zu hinterfragen: Der Pfadfinder gehorcht ohne Widerrede und macht nichts halb. Kritisches Denken war in dieser Zeit nicht gefragt. Auch der Leitungsstil war meist sehr autoritär. Sozialintegrative Leiter hatten Seltenheitswert, Pepi Zauner, liebevoll Jo genannt, war jedoch einer davon. Ihm zur Seite standen vier Hilfsfeldmeister (Franz Junger, Hans Ressl, Willi Ressl und Josef Berger), die für die intensive technische Ausbildung der Neulinge zuständig waren. Die Patrullenheimstunden wurden in der Almhütte neben dem alten Maxglaner Pfarrheim gehalten. Nach dem 10 Uhr Gottesdienst am Sonntag war meist Gelegenheit zum Ablegen der Erprobungen für die 3. und 2. Klasse und den Erwerb von Spezialabzeichen. Truppheimstunde war jeden Samstag, auch in Form von Geländespielen, in der damals noch weitgehend unverbauten Umgebung des Pfarrhofes. Eine erste Weihnachtsfeier wurde gemeinsam mit ukrainischen Exilpfadfindern im Flüchtlingslager Lexenfeld gefeiert.

Pater Hartwig “PaHa”, der Gruppenfeldmeister in Maxglan ab 1945
Flugblatt zur Neugründung der Pfadfinder, wie es 1945 an die jungen Salzburger verteilt wurde.

Die Zeit war sehr einfach und von großer Not und Entbehrung geprägt. Beim ersten Pfingstlager am Hintersee 1946 marschierte die Hälfte der Teilnehmer zu Fuß über die Glasenbachklamm zum Lagerplatz, die anderen kamen mit Fahrrädern. Früher waren sie aber trotz fahrbaren Untersatzes auch nicht am Lagerplatz, denn die alten „Tschesen“ aus der Vorkriegszeit mit abgestandener Bereifung führten zu öfteren Reparaturpausen. Immerhin war es ein Erlebnis, besonders für die Pfadfinderneulinge: Zwei Regentage in ausgedienten deutschen Viermannzelten zu übernachten und erste Erfahrungen in Pfadfinderaktivitäten zu sammeln.

Beim ersten Georgswettbewerb der Salzburger Pfadfinder am 14. Mai 1946 ging die Maxglaner Patrulle Schlangen als Sieger hervor. Auch im Jahr darauf siegten die Schlangen und der zweite Platz ging an die Maxglaner Wölfe. In Salzburg machte man sich so einen besonderen Ruf.

Im Sommer des Jahres 1946 fand das Sommerlager in Fürberg am Wolfgangsee statt. Die Hauptproblematik der ersten Nachkriegsjahre war die prekäre Ernährungslage.39 Wir lebten am Sommerlager von amerikanischen Hundekeksen, Trockenei und Milchpulver, fallweise rationiertem irischen Salzspeck, halbierten Trockenerbsen und von Pater Hartwigs, bei den Walser Bauern erbettelten, Kohlköpfen und Kartoffeln. Mit einem amerikanischen Militär-LKW ging es bis Aich, dann musste das Material über den Berg zum See geschleppt und mit dem Schlauchboot der Feuerwehr weiter über die Seebucht zum Lagerplatz gerudert werden. Wie man Pfadfinder wird, lernten wir in diesen zehn wunderschönen Lagertagen.

Bereits im April des Jahres 1946 fand in Salzburg die Gründungsversammlung der Pfadfinder Österreichs (PÖ) statt. Die schon vor 1938 bestehenden Verbände des Pfadfinderkorps St. Georgs (ÖPK) – dem wir Maxglan angehörig waren – und der Pfadfinderbund (ÖPB) wurden aufgelöst und eine (!) gemeinsame Organisation unter großem Beifall der Beteiligten und dem Willen nunmehr „ein einig Volk von Brüdern“ zu sein geschaffen.40 Bei dieser Versammlung wurde auch die Gründung eines eigenen Verbands für Pfadfinderinnen gefördert, was in Salzburg auch zur Gründung eines Landeskorps der Pfadfinderinnen führte.41 In Maxglan begann die Arbeit mit Pfadfinderinnen allerdings erst einige Jahre später 1966.

Im August 1946 konnte eine Maxglaner Patrulle am ersten gemeinsamen Lager der Pfadfinder Österreichs (PÖ), dem Lager der Freundschaft in Gargellen im Montafon in Vorarlberg, teilnehmen. Charlotte Teuber42 war die Köchin und Karl Schmachtl machte ihr erfolgreich Konkurrenz. Die Lagerleitung hatte der Salzburger Landesfeldmeister Alexej „Axi“ Stachowitsch. Bergtouren wurden organisiert und am St. Antönier Joch standen wir mit einem Fuß auf Schweizer Boden und auch die erste Schokolade nach Kriegsende konnten wir am Lager genießen.

Bereits im ersten Jahr stieg die Anzahl der Mitglieder auf 80 Pfadfinder in den drei Altersstufen Wölflinge, Pfadfinder und Rover.43 Die Pfadfinder gliederten sich in fünf Patrullen (Adler, Schwalben, Wölfe, Schlangen und Gämsen) und es wurde gar eine erste ‚Tochtergruppe‘ in der Kendlersiedlung gegründet.

Der Wandel

In den folgenden Jahren formte sich das Erscheinungsbild der Maxglaner Gruppe. Es wurde einerseits großer Wert auf angewandte Pfadfindertechnik gelegt, vor allem im Rahmen des jährlichen Georgswettbewerbs mit den Patrullen des ganzen Landeskorps Salzburg. Andererseits prägte das Auftreten der Pfadfinder in der Öffentlichkeit eine äußerst stramme Ausrichtung in Form von Aufmärschen bei den verschiedenen Veranstaltungen wie Fronleichnam in der Stadt, Wiedereinweihung des Doms oder beim herbstlichen Christkönigsfest. In Dreierreihen, Marschlieder singend und später auch mit Fanfaren und Trommeln war charakteristisch für unser Auftreten. Es war Ausdruck der Zeit und ein beginnender konservativer Gegenpol zu den sogenannten Halbstarken, jener Jugend, die durch den american way of life zu Gegenspielern der alt eingesessenen Moralvorstellungen ihrer Elterngeneration wurden, mit Lederjacken, lässigen unmilitärischen Frisuren und Rock’n’Roll Musik.

Ein besonderes Ereignis und Aufwind für die Gruppe Maxglan brachte der Besuch von Oberst John Skinner Wilson, dem Sekretär des Internationalen Büros der Pfadfinder, am 8. Mai 1947. Ein großer Förderer der damaligen Zeit war der US-Amerikaner Jim Atkinson, der uns Fahrzeuge der US-Armee vermittelte, mit denen die Pfadis zu den verschiedenen Veranstaltungen und Lagern transportiert wurden. Das unterstrich zwar das eher militärisch wirkende Bild der Maxglaner, wurde aber durchwegs positiv gesehen, innerhalb und außerhalb der Gruppe.

Von 9. bis 21. August 1947 trafen sich 40.000 Pfadfinder in der Nähe von Paris zum 6. Jamboree des Friedens in Moisson, darunter auch einige Maxglaner unter der Leitung von Pepi Zauner und Pater Hartwig. Rund zehn Buben konnten zur gleichen Zeit bei englischen Familien schöne Ferien erleben. Die Jüngeren von uns fuhren unter Leitung des späteren Landesfeldmeisters Walter Watzenböck ins Felbertal, der späteren Gründungsstätte des Werkschulheimes44, auf Sommerlager.

Die steigende Zahl der Mitglieder brachte auch die ständige Suche nach neuen Räumlichkeiten für die Heimstunden mit sich. Ab Jänner 1948 konnte der Karlbauernhof in Maxglan als Heimraum genutzt werden. Durch Bombentreffer war der Bauernhof teilweise zerstört worden, jedoch vier Räume – für jede Patrulle ein eigener Raum – konnten acht Jahre lang als Patrullenheime genutzt und sogar beheizt werden. Die Eulen trafen sich darin am 3. November 1956 zu ihrem letzten Heimabend. In der darauffolgenden Zeit wurde der Rest des Bauernhofes geschleift und im Sommer 1959 das neue Kriegerdenkmal eingeweiht.

Ende September 1949 kam Pater Sighard (WupeiFu) von Seewalchen wieder nach Maxglan zurück. Er war der wichtigste Pfadfinderleiter der 1930er Jahre in Maxglan und ein begeisterter Pfadfinder. Die Zuständigkeit für die Pfadfinder verblieb aber bei Pater Hartwig.

Die Jahre bis zum größten Ereignis der Nachkriegszeit, dem Jamboree in Bad Ischl 1951, sind geprägt von einer Vielzahl von Aktivitäten und Lagern. Das erste Auslandslager der Gruppe fand 1950 am Lido in Venedig statt, auch dabei half wieder die US-Armee mit Transportfahrzeugen.

Aus gesamt österreichischer Sicht brachte das Jahr 1950 eine herbe Niederlage. Die nur Jahre zuvor gefeierte Einheit aus ÖPK und ÖPB im neuen Verband der PÖ zerbrach. Am 12. März 1950 spaltete sich der Pfadfinderbund ab und gründet einen eigenen Verband, den es bis heute noch gibt. Die Gründe dafür sind vielschichtig, in erster Linie jedoch Kritik an der engen Bindung zur katholischen Kirche.45 Für uns Maxglaner hatte das jedoch keine Bedeutung.

Ein Nachmittag der Patrulle Adler am Sommerlager in Fuschl am See 1948.
Eine Schlauchbootfahrt der Patrulle Adler am Fuschlsee. Sommerlager der Pfadfinder in Fuschl am See 1948
Beim Kochen am Sommerlager am Lido in Venedig 1950
Pater Hartwig im Kreis seiner Pfadfinder am Sommerlager am Lido in Venedig, 1950

Die 1950er Jahre in Maxglan.
Vom Jamboree in Österreich 1951 bis 1960

Von Walter Irnleitner und Christoph Fuchs

Das Jamboree der ­Einfachheit 1951

Schon bei der 5. internationalen Pfadfinder-Konferenz 1929 im britischen Birken­head hatten die österreichischen Pfadfinder gehofft, mit der Durchführung eines Jamborees beauftragt zu werden.46 Dann endlich, bei der 12. internationalen Konferenz 1949 im norwegischen Elvesaeter, wurde der Austragungsort Österreich beschlossen. Ausschlaggebend war dabei unter anderem der Standpunkt der österreichischen Delegierten zu einer Rückkehr größter Einfachheit. Baden-Powell, einst um den Sinn eines Jamborees befragt, meinte: „Ich will, dass jeder Bub beim Jamboree täglich eine neue Freundschaft mit einem Buben eines anderen Landes schließt.“


Das Jamboreelogo zeigt eine Maultrommel mit Lilie gemischt. Weitere Infos

Das 7. Jamboree fand vom 3. bis zum 13. August 1951 im oberöster­reichischen Bad Ischl statt. 12.888 Teil­nehmer*innen aus 41 Ländern waren gekommen. Zu Unrecht wurde es jedoch das „­Jamboree der ­Einfachheit“ genannt. Die ganze Infra­struktur dieses Großlagers stellte an die Ver­anstalter große Anforderungen. Abgesehen von den Sanitär­anlagen, die ein Mindestmaß an Funktionalität erforderten, war auch die gesamte Materialbeschaffung nur sehr schwer sicherzustellen. Veranstaltungszelte mussten von der amerikanischen Besatzungsmacht entliehen werden, auch der Transport von Gerät und Lebensmitteln wurde von den Amerikanern bewerkstelligt. Das Gruppenmaterial des Salz­burger Jamboree‑Trupps, dem sieben Maxglaner ange­hör­ten, bestand aus zwei alten Hangars, einigen ­deutschen Viermann-Zelten aus der Kriegszeit, ­geschenkten amerikanischen Zweimann-Zelten, Luftma­tratzen und Schlafsäcken. Vor dem Lager­eingang war ein riesiger Haufen Stroh, mit dem die zusammengenähten alten Kohlensäcke gestopft wurden, das war die Unterlage in den Zelten.

Am Lagergelände gab es jedoch auch technische Einrichtungen wie Telefonver­bindungen. Die Verbindun­gen zwischen Lagerleitung und Unterlager ­bestanden aus Feldtelefonen mit gesteckten Kabelbuchsen in antiquarischen Verteilerkästen mit Steckfunktionen. Viele Rover meldeten sich zum Arbeitsdienst am Jamboree, so auch Rudolf Ratzenberger aus Maxglan, der zum Telefondienst eingeteilt wurde. Natürlich war er ungeübt und auch der Nachrichtensprache nur eingeschränkt mächtig. Zu einem Anrufer, der zu Bundesfeldmeister Pospisil verbunden werden wollte, meinte er nur lapidar: „Den Bundesfeldmeister kann ich Ihnen leider nicht geben, der wurde gestern bei uns umgelegt.“

Der Maxglaner Gerhard Koppler, als Dienstrover im Verpflegungsdienst tätig, musste nicht nur Mehl und Zucker schleppen, sondern auch seine Schlafstelle aufgeben, die das Wasser weggeschwemmt hatte. Der Regen war auch bei einer anderen Gelegenheit Spielverderber: Das ­Mozarteum Orchester spielte an einem Nachmittag im großen Gerüstzelt unter der Leitung von Cesar Bresgen die „Kleine Nachtmusik“ von Mozart. Ein starker Gewitterregen drohte das Zeltdach zu zerreißen, es bildeten sich große Wannen zwischen den Dachstreben. Der technische Dienst, mit Kübeln bewaffnet, schöpfte die Wassermassen vom Zeltdach und darunter fiedelten die Geiger. Die Wassermassen überfluteten das Lagergelände teilweise und verwandelten die Wiesen in eine Schlammlandschaft. Das Jamboree erhielt daher auch den scherzhaften Beinamen „Schlammboree“.

Der Salzburger Landesfeldmeister Alexej „Axi“ Stacho­witsch war nicht nur Schöpfer des Jamboreelieds „Brüder auf“, sondern auch Programmchef des Lagers. Ihm oblag die Organisation aller Veranstaltungen am Jamboree, wie zum Beispiel die Gestaltung der Eröffnungs- und Schlusszeremonie.

Bei der Eröffnungsfeier wurden sieben Türme aus Holz und Bünden errichtet, innerhalb von 15 Minuten aufgestellt, standen sie für die sieben Jamborees der Vergangenheit. Dabei waren Salzburger Rover Meister der Pioniertechnik.

Josef „Pepi“ Zauner organi­sierte und leitete die Einquartierung der Pfadfinder vor und nach dem Jamboree in verschiedenen Salzburger Schulen. Im Programmdienst war ein Brückenbau‑Wettbewerb vorgesehen, an dem sich 30 Nationen beteiligten. Walter Irnleitner war für die Durchführung verantwortlich: „Ich bin heute noch stolz darauf, dass mir als 18-jährigen Rover die Organisation und Durchführung dieser Veranstaltung anvertraut wurde. Die Bereitstellung von Stangenholz und Seilmaterial, sowie Ortsbestimmung der Baumöglichkeiten am Wirlingbach erforderten doch schon in den Wochen vor Beginn des Wettbewerbes nicht nur viel Aufwand an Zeit, sondern vor allem genaue Planung. Ich durfte am Ende die drei Siegermannschaften verständigen und sie zur Preisverteilung begleiten.“ Der Direktor des internationalen Büros, John S. Wilson, nahm die Ehrung vor.

Einen nachhaltigen Eindruck hinterließen die Schotten mit ihren Dudelsackklängen, die Amerikaner mit den Indianertänzen und auch die deutschen Pfadfinder, die mitreißende Gitarrentrupps stellten. Auch die Inder mit ihren Turbans wirkten fremdartig. Die Ischler Bahn war 1951 noch in Betrieb und transportierte den Großteil der 15.000 Teilnehmer zum Jamboree bei Bad Ischl. Lady Baden Powell meinte zum Abschluss: „Die Österreicher haben in ihrer Bescheidenheit das Weltpfadfindertreffen ‚Jamboree der Einfachheit‘ genannt. Aber es ist das ‚Jamboree der Freude‘.“47

Ein Teil von Maxglan

Zu Beginn der 1950er Jahre ist die dörfliche Struktur in Maxglan noch deutlich erkenn- und spürbar. Die eigenständige Gemeinde wurde zwar 1935 in die Stadt Salzburg eingemeindet, dennoch blieben viele der bäuerlichen ­Strukturen erhalten. Bis heute kann man große landwirtschaftlich genutzte Flächen innerhalb des Gemeindegebiets von Maxglan finden. Die Pfadfinder hatten in der Dorfgemeinschaft ihren fixen Platz, vor allem durch die enge Verbindung mit der ­Kirche. Im Herbst 1952 erfolgte die festliche Grundsteinlegung zur neuen Kirche in Maxglan. In den folgenden Jahren arbeiteten die Rover beim Bau der Kirche mit, bis am 7. Oktober 1956 die neue, große Kirche in Maxglan eingeweiht wurde. Die Pfadfinder bauten dazu zwei große Türme aus Holz und Bünden und ein großes Zelt am Kirchplatz in Maxglan auf. Vor dem Weihesonntag wurden Reliquien im Zelt aufbewahrt und von den Pfadfindern in einer Mahnwache bewacht.

Ende April 1955 veranstalteten die Maxglaner Pfadfinder eine „Pfadfinderwoche“ in Maxglan. Höhepunkt war eine große Theateraufführung im Stölzlpark. Das Stück „St. Georg im Wald“ unter der Leitung von Albin Rohrmoser und den jungen Pfadfindern als Schauspieler erfreut sich großer Beliebtheit bei der Maxglaner Bevölkerung.


Theateraufführung „Sankt Georg im Wald“ im Stölzlpark 1955, (v.l.n.r.) Wilfried Mayr, Rudolf Reiter und Helmut Fischbacher.

Im Jahr darauf wurde Ende Juli 1956 ein ganzes Schau­lager im Stölzlpark veranstaltet. Dazu wurden auch 20 Pfadfinder aus Oberndorf und 20 aus Freilassing eingeladen. Mit Flaggenparaden, pfadfinderischen Bauten, einem Kochwettbewerb, Lagerfeuer und einfachem Leben im Zelt zeigte man sich der Bevölkerung, die in Scharen das Treiben der knapp 120 Pfadfinder beobachtete.

Der 17 Meter hohe Turm am Schaulager im Stölzlpark 1956.

­Neben den großen Aufmärschen in die Altstadt zum Domplatz zum Fronleichnamsfest, an dem alle Pfadfindergruppen der Stadt teilnahmen, marschierte man auch in Maxglan bei den jährlichen Prozessionen mit. Für diese paradenähnlichen Aufmärsche entwickelte sich nach und nach ein eigener Fanfarenzug innerhalb der Gruppe.

Die Maxglaner ­Pfadfinder zeigten sich aber nicht nur im eigenen Stadtteil. Neben den schon erwähnten Prozessionen zum Dom waren auch junge Maxglaner Pfadfinder Mitte der 1950er Jahre zur Festspielzeit im ­Sommer in der Altstadt als sogenannte Autolotsen tätig. Auf Fahrrädern lotsten die Pfadfinder die Autofahrer in ihren Fahrzeugen durch die engen Gassen der Salzburger Altstadt zum Parken am Alten Markt und auf den Plätzen rund um den Dom. Als Dank für den Dienst erhielt die Gruppe im Jahr 1958 auch ein Viermannzelt und eine Geldspende von 800 Schilling48, die jungen Autolotsen wurden zum Essen in den Österreichischen Hof eingeladen.49

Die Heimstunden fanden damals im Übrigen auch schon für Rover am Freitag von 20 bis 22 Uhr statt. Die Wölflinge trafen sich am Samstag von 15 bis 16:30 Uhr und die Altersstufe der Pfadfinder ebenfalls am Samstag von 16:30 bis 18:30 Uhr – diese Heimstundenzeiten blieben in etwa noch bis in die Jahre 2000 bis 2001 so.

Der Maxglaner ­Fanfarenzug spielte zu vielen Gelegenheiten z.B. bei Hochzeiten oder kirchlichen Prozessionen.
Der Maxglaner Fanfarenzug kurz nach dem Neutor am Weg zum Kapitelplatz zum Patrullenwettkampf 1959.
Großjugendtag zu Christi Himmelfahrt am Salzburger Domplatz, 7.5.1959
Die jungen Pfadfinder aus Maxglan als Autolotsen am Kapitelplatz, um 1956.

Modernisierung

Die Pfadfinder aus Maxglan sind seit einigen Jahrzehnten für ihr großes Materiallager und die Unzahl von besonderen Zelten und Ausrüstungsgegenständen bekannt. Die Anfänge dieses Materiallagers liegen in den 1950er Jahre. Der beginnende wirtschaftliche Aufschwung ermöglichte endlich auch in der Gruppe die Modernisierung der Ausrüstung; die alten deutschen Zweimannzelte und Schlafsäcke aus der Kriegszeit hatten ausgedient. Pater Hartwig konnte billig amerikanische Schlafsäcke aus den Beständen der 1955 abziehenden Besatzungsmacht ankaufen und an die Pfadis weitergegeben. Langsam, aber stetig, wurde die Anschaffung des notwendigen Materials auch für Lager vorangetrieben und doch waren wir damals sehr froh darüber, dass uns englische Pfadfinder aus North-Cumberland das benötigte Zeltmaterial für das Jubiläums Jamboree JIM 1957 sponserten. Bei den Transporten zu den Lagern war man nach wie vor auf Hilfe angewiesen. Das meiste Material wurde auf der Ladefläche von Lastkraftwägen transportiert. Wochenendlager und Ausflüge in der näheren Umgebung wurden weiterhin zu Fuß oder mit dem Fahrrad bewältigt.

Georg „Schurli“ und Leonhard „Hati“ Sturm bei der Abfahrt zum Georgstag im bayrischen Fridolfing am 11.6.1955.
Am Weg zum Lagerplatz des Sommerlagers am Faaker See in Kärnten 1956, in der Mitte mit Hut Pater Hartwig.

Der Beginn der Sommer­lagertradition

Der Grundstein zur Sommerlagertradition in Maxglan wurde mit dem ersten Auslandslager der Gruppe 1950 am Lido in Venedig gelegt. Sommerlager wurden dann jeden Sommer abgehalten. Konnte man nicht weit genug weg, blieb man dafür länger, wie zum Beispiel am Sommerlager 1955 in Fürberg am Wolfgangsee, wo man das Lager gleich für 14 Tage aufschlug. Die Lager waren sehr einfach; die Begeisterung der jungen Pfadfinder für das abenteuerliche Leben im Zelt, lässt sich aber in den Berichten und kunstvoll gestalteten Seiten in den Logbüchern der Patrullen gut ablesen.

Eintrag zum Sommerlager 1955 am Wolfgangsee im Logbuch der Patrulle Schwalben.
Eintrag zum Sommerlager 1955 am Wolfgangsee im Logbuch der Patrulle Schwalben.

Ab 1953 übernahm ­Walter Irnleitner von Josef „Pepi“ Zauner die Führung des Pfadfindertrupps, die Leitung der Rover lag in Pepis Händen. Am Programm der Rover standen Berg‑ und Klettertouren, vorwiegend in Südtirol und unter kundi­ger Mitwirkung von Gerhard Enzinger und Gerhard Koppler. Ab 1956 fuhren die Rover dann auch jährlich auf eigene Sommerlager. Ein besonderer Höhepunkt der 1950er Jahre war der Besuch des Jubiläumsjamboree 1957 in England, an dem gleich drei Patrullen aus Maxglan teilnahmen.

Jubiläumsjamboree JIM in England

Nach den Eindrücken am Jamboree 1951 in Österreich war in Maxglan die Begeisterung für ein Jamboree einige Jahre später groß. Im Jahr 1957 fand in ­Sutton Coldfield bei ­Birmingham zum 50-jährigen ­Jubiläum der Pfadfinder­bewegung das 9. Jamboree statt. Gleich­zeitig wurde auch ein Indaba50 (Pfadfinderleitertreffen) und ein Rover Moot (Rover­treffen) abgehalten. Als Feldmeister und Landeskommissär für ­Pfadfinder wurde Walter Irnleitner beauftragt, den Salzburger Jamboreetrupp in den Augusttagen nach ­England zu führen. 20 Maxglaner (drei Patrullen), acht Buben aus verschiedenen Gruppen der Stadt und zwei Ungarn waren zusammen mit Pater Hartwig, Landesfeldmeister Fritz Knöbl und Hans Harant aus Niederösterreich mit von der Partie. Insgesamt 700 Österreicher fuhren mit der Bahn nach Ostende, übersetzten den Kanal und von Dover ging es mit dem Zug zum Jamboree Gelände.

35.000 Teilnehmer aus 81 Nationen wurden von Lady Baden‑Powell beim Eröffnungsfest begrüßt. Die Maxglaner Volkstänzer und Schuhplattler erhielten ­großen Beifall für die österreichische Vorführungen, bei verschiedenen Lagerfeuern und beim Empfang des Bürgermeisters von Bedford für die Gastfreundschaft. Bei einem Besuch Londons kam uns ein Maxglaner, Hans Brötzner, abhanden. Eine plötzlich auftretende Mittel­ohrentzündung wurde im St. James Hospital erfolgreich auskuriert und mit 20 anderen Österreichern kam der Bedauernswerte 14 Tage später heim. In unserem Lied zum Jamboree sangen wir: „Vorwärts es ist Sutton Park gewählt, Pfadfinderbrüder aus der ganzen Welt sind im Geiste BiPis Allzeit bereit, zu bauen eine neue Zeit.“

Am Jubiläumsjamboree JIM 1957 in Sutton Coldfield bei Birmingham. Der Maxglaner Trupp auf der Zuschauer­tribüne bei einer sportlichen Vorführung. In der Mitte Pater Hartwig (nach links blickend).

Ein Wochenende im ­Bluntautal

Als Zeugnis für die unzähli­gen kleinen Aktionen und Wochenendlagerw der Zeit, sei hier noch eine Erinnerung von Walter ­Irnleitner abgedruckt.

Die Ferien 1958 nahten, alles schielte schon auf das Sommerlager. Zur Vorbereitung war noch ein Wochenendlager Anfang Juni geplant. Transportmittel waren noch immer knapp und teuer; daher gab es nur die Möglichkeit, die Reise mit dem Fahrrad zu unter­nehmen. Die Fahrräder musste aber nicht nur die Pfadfinder tragen, sondern auch die gesamte Ausrüstung (Zelt, Axt, Spaten, Schnüre, Kochkessel und vieles mehr). Dazu kam noch die persönliche Ausrüstung mit Schlafsack und Luftmatratze, und natürlich auch die Lebensmittel. Schwer bepackt zog die Karawane los, an Hallein vorbei, der Salzach entlang, hinein ins wildromantische Bluntautal. Doch genießen konnten wir die Romantik nicht, denn kaum angekommen, ging es sofort ans Zeltaufbauen und Feuerstelleneinrichten. Als Toilette diente eine ausgehobene Grube, quer darüber ein Balken auf dem man hockte – Latrine hieß das Ding. Heutzutage kaum vorstellbar. Das Abendessen war einfach zubereitet: Wurstnudeln mit Salat. Besonderes Erlebnis war schon damals das Lagerfeuer. Zuerst kamen die 10 Minuten des Feldmeisters, der einen Punkt aus dem Pfadfindergesetze zum Thema wählte, dann waren einige Einlagen von den Patrullen vorbereitet – Gelächter und Gesang tönten hinauf zu den Felsentürmen. Die Morgenwäsche mit dem Wasser der Ache war bitterkalt. Es folgte eine kleine Bergtour, bei der wir Gämsen in der Wand und kreisende Greifvögel bewunderten. Beim Abstieg sprang Josef Berger über eine Geländestufe genau auf eine Kreuzotter. Mit seinen Latschen der Größe 47 zermalmte er das Gewürm, trotzdem rannte er, wie von Furien gehetzt, ins Tal – Josef fürchtete nichts mehr als Schlangen. Im Lager erwartete uns Gulasch, von unseren Patrullenköchen zubereitet. Kurz darauf ein kurzer Bewerb im Erkennen von Pflanzen, dann aber wurde es Zeit, das Lager abzubauen. Es blieb noch der Rückweg mit dem Drahtesel und eine schöne Erinnerung.

Forsetzung folgt …

Chronik

Eine ausführliche tabellarische Chronik unserer Gruppe findest du hier

Anmerkungen

  1. Protokollbuch der Pfadfindergruppe St. Georg, Ortgruppe Salzburg-Maxglan, 1928–1932, online verfügbar: 1928–1932 Protokollbuch (PDF) ↩︎
  2. Mehr dazu auf der Webseite des österreichischen Pfadfinder­museum, https://www.pfadfinder­museum.org/de/topics/knaben­hort-und-jugendwehr.php (16.11.2023) ↩︎
  3. Protokollbuch, 1928–1932 ↩︎
  4. Chronik des Landesverbands der Salzburger Pfadfinderinnen und Pfadfinder, https://www.­salzburger-pfadfinder.at/pfad­finderinnen-in-salzburg-alle-infos/chronik/ (16.11.2023) ↩︎
  5. Protokollbuch, 1928–1932 ↩︎
  6. Der Begriff „Korps“ (sprich: chor) stammt vom französischen Wort corps für Körper, Gegenstand, Körperschaft, Truppenverband, der militärische Begriff bezeichnet eine größere Truppeneinheit wurde im 19. Jahrhundert aber auch als Bezeichnung für studentische Verbindungen genutzt. ↩︎
  7. Gerhard Schultes, Der Reichsbund der katholischen deutschen Jugend Österreichs, Wiener Dom-Verlag 1967, S. 134. (online verfügbar: https://austria-forum.org/web-books/derreichsbund­de04de1967kfu/, 16.11.2023) ↩︎
  8. Ebd., S. 163. Als Ziele und Werte des Reichsbunds können die Bundesziele des sogenannten Steyrer Bekenntnisses genannt werden: Tatkatholizismus, Österreichische Heimat und Deutschtum, Gemeinschaftswirken, Beruf und Arbeit, Soziales Streben und Unser Bund im Volksganzen.  ↩︎
  9. Ebd., S. 157ff. ↩︎
  10. Originalbrief des Landeshauptmann und Spendenanweisung vom 18. Juli 1936, Logbuch der Patrulle Wolf, 1933–1950, online verfügbar: 1933–1951 Logbuch Späher Wölfe (PDF) ↩︎
  11. Im Jahr 1936 verdient ein Arbeiternehmer etwa 2.250 Schilling pro Jahr, das sind 190 Schilling im Monat, siehe dazu Monatsbericht des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung, Österreichs Volkseinkommen 1913 bis 1963, Wien 1965, online verfügbar: https://www.wifo.ac.at/bibliothek/archiv/MOBE/1965Sonderheft_14.pdf (26.12.2023). ↩︎
  12. Aus einem Gedächtnisprotokoll nach einem Gespräch von Christoph Fuchs mit Josef Zauner im Jahr 2004. Josef „Pepi“ Zauner, geboren 1920 war langjähriger Feldmeister in Maxglan, er begann 1930 als Wölfling, wurde 1938 in den Reichsarbeitsdienst eingezogen, später zur Wehrmacht; nach seiner Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft 1945 steigt er sofort wieder als Pfadfinderleiter ein bleibt das auch bis 1963 in der Gruppe Maxglan. ↩︎
  13. Ist die vom damaligen österreichischen Bundeskanzler Engelbert Dollfuß geprägte Bezeichnung für die am 4. März 1933 eingetretene Vorsitzlosigkeit des österreichischen Nationalrates, https://de.wikipedia.org/wiki/Selbstausschaltung_des_Parlaments (6.1.2024) ↩︎
  14. Alfred Ableitinger, Politik in Österreich 1918 bis 1933, in: Stefan Karner (Hg.), Die umkämpfte Republik. Österreich von 1918–1938, 2017, S. 31. ↩︎
  15. Friedrich Steinkellner, Die Gemeinde Maxglan vom Kriegsende 1918/19 bis zur Eingemeindung 1935, in: Salzburger Bildungswerk, Maxglan. Ein Salzburger Stadtteil, 1990, S. 83. ↩︎
  16. Im Sinne des Konkordats anerkannte kirchliche Jugendorganisationen. Das Konkordat war ein Vertrag zwischen der Republik Österreich und dem Heiligen Stuhl vom 5. Juni 1933. Nähere Informationen: Wilhelm Rees, Das österreichische Konkordat: was steht eigentlich drin?, 2011, https://www.uibk.ac.at/theol/leseraum/texte/925.html (6.1.2024). ↩︎
  17. Siehe dazu Die Glocke, Ausgabe 35/05, Jänner 2024. ↩︎
  18. Das Österreichische Jungvolk (ÖJV) war die Staatsjugend und Nachwuchsorganisation der Vaterländischen Front. Sie wurde im August 1936 gegründet und umfasste bei seiner Auflösung 1938 rund 350.000 Mitglieder zwischen dem 6. und 18. Lebensjahr. Der bereits 1914 gegründete Österreichische Pfadfinderbund (ÖPB) und der 1929 gegründete Österreichische Pfadfinderinnenbund wurden bereits mit der Gründung 1936 in das ÖJV eingegliedert, behielten aber ihre Selbständigkeit. ↩︎
  19. Siehe dazu Die Glocke, Ausgabe 35/05, Jänner 2024. ↩︎
  20. Das Dienstbuch der NSDAP. Österreichs Hitlerbewegung, Wels 1932, zit. n. Elisabeth Klamper (DÖW), Vorwort in: PPÖ, PfadfinderInnen in Österreich 1938, Mitgelaufen? Angepasst? Verfolgt?, 2. Auflage, 2007, S. 10. ↩︎
  21. Heute: Gruppenleiter. Der Begriff Feldmeister wurde von den Nationalsozialisten z.B. im RAD (Reichsarbeitsdienst) übernommen, wie viele andere damals gängige Bezeichnungen die aus der militärischen Sprache stammten. ↩︎
  22. Vgl. Elisabeth Klamper (DÖW), Vorwort in: PPÖ, PfadfinderInnen in Österreich 1938, Mitgelaufen? Angepasst? Verfolgt?, 2. Auflage, 2007, S. 10. ↩︎
  23. Aus einem Gedächtnisprotokoll nach einem Gespräch von Christoph Fuchs mit Josef Zauner im Jahr 2004. ↩︎
  24. Die Reichstagsrede vom 20. Februar 1938 von Adolf Hitler kann in der Österreichischen Mediathek angehört werden: https://www.mediathek.at/atom/017831DE-05F-018E0-00000BEC-01772EE2 (19.1.2024) ↩︎
  25. Nach einem Bericht des Salzburger Volksblatt vom 22.2.1938, in: Siegfried Göllner, Die Stadt Salzburg 1938. Zeitungsdokumentation, n.d., S. 95,online verfügbar unter: https://www.stadt-salzburg.at/fileadmin/landingpages/stadtgeschichte/ns_projekt/dokumente/zeitungsdokumentation_1938.pdf (19.1.2024) ↩︎
  26. Ebd. S. 103. ↩︎
  27. Logbuch Patrulle Wölfe, 1933–1950, online verfügbar: 1933–1951 Logbuch Späher Wölfe (PDF) sowie Logbuch Patrulle Adler, 1936–1950. ↩︎
  28. Göllner, Die Stadt Salzburg 1938, S. 104. ↩︎
  29. Georg Sturm, „Der Fackelzug“ in: PPÖ, PfadfinderInnen in Österreich 1938, Mitgelaufen? Angepasst? Verfolgt?, 2. Auflage, 2007, S. 46. ↩︎
  30. Aus einem Vortrag von Josef „Pepi“ Zauner bei einem Gruppenrat 1988, aufgezeichnet von Georg Sturm jun., Siehe dazu Die Glocke, Ausgabe 01/09, Juni 1988 bzw. Ausgabe 20/09, Mai 2007. ↩︎
  31. Bundeskanzleramt, Jahr 1938. Finis Austriae: der Anschluss an Hitler-Deutschland, https://www.bundeskanzleramt.gv.at/bundeskanzleramt/besuchen-sie-uns/gang-der-geschichte/1938.html#:~:text=Am%2013.,Reich%20%C3%BCber%20den%20Anschluss%20an (19.1.2024). ↩︎
  32. NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln, Jugend in Deutschland 1918–1945, Die Hitlerjugend, https://jugend1918-1945.de/portal/Jugend/thema.aspx?bereich=projekt&root=26635&id=3448&redir= (19.1.2024). ↩︎
  33. Klamper, PfadfinderInnen in Österreich 1938, S. 15. ↩︎
  34. Chronik der Stadt Salzburg 1945–1955 zusammengestellt von Margit Roth, Peter F. Kramml, Erich Marx und Thomas Weidenholzer, online verfügbar https://www.stadt-salzburg.at/fileadmin/landingpages/stadtgeschichte/stadtchronik/stadtchronik_1945_bis_1955_00160721.pdf (19.1.2024). ↩︎
  35. Die Luftangriffe auf die Stadt Salzburg. Nach gleichzeitigen Aufzeichnungen und gef. Mitteilungen des Städtischen Statistischen Amtes. In: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, Nr. 86/87, Jahrgang 1946/47, S. 118–121, online verfügbar unter https://www.zobodat.at/pdf/MGSL_86_87_0118-0121.pdf (11.2.2024). ↩︎
  36. Die Pfadfinder Österreich (PÖ) sind ein Zusammenschluss der bis 1938 bestehenden Verbände ÖPK (Österreichscher Pfadfinderkorps St. Georg) und ÖPB (Österreichischer Pfadfinderbund) ↩︎
  37. Chronik der Stadt Salzburg 1945–1955 zusammengestellt von Margit Roth, Peter F. Kramml, Erich Marx und Thomas Weidenholzer, online verfügbar https://www.stadt-salzburg.at/fileadmin/landingpages/stadtgeschichte/stadtchronik/stadtchronik_1945_bis_1955_00160721.pdf (19.1.2024)
    Manfred Fux, Geschichte der österreichischen Pfadfinderbewegung. Von den Anfängen bis zum „Jamboree der Einfachheit“ (1912–1951), in: Franz Loidl (Hrsg.), Veröffentlichungen des kirchenhistorischen Instituts der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Wien, Band 8, Wien 1970, S. 241. ↩︎
  38. Hans-Georg Kepplinger, ehemaliger Präsident der Salzburger Pfadfinder und Pfadfinderinnen, erörtert den geschichtlichen Hergang, wie der Landesverband Salzburg neben anderen Objekten zum Weingarten am Mönchsberg auf der Richterhöhe kam. Präsentationsfilm für das Weinbau Museum Salzburg, 2021, Videoarchiv der Pfadfinder Maxglan, online verfügbar: https://vimeo.com/537124271 (12.2.2024) ↩︎
  39. Im Sommer 1946 erreicht „mit 950 Kalorien für einen Normalverbraucher die tägliche Lebensmittelversorgung einen absoluten Tiefpunkt“ aus der Chronik der Stadt Salzburg (siehe FN 3). Grund dafür sind die Plünderungen der Lebensmittellager unmittelbar nach Kriegsende, der Zusammenbruch der NS- Organisation für Nahrungsmittel und die Tatsache, dass neben der Bevölkerung noch viele zusätzliche Menschen versorgt werden mussten: Displaced Persons (ehemalige Gefangene aus den Lagern und Vertriebene), Kriegsgefangene und die Besatzungssoldaten. ↩︎
  40. Manfred Fux: Geschichte der österreichischen Pfadfinderbewegung, Wien 1970, S. 249. ↩︎
  41. Ebd., S. 253. ↩︎
  42. Charlotte Teuber (1923–1998) war die Tochter von Wilhelm Teuber-Weckersdorf, in Pfadfinderkreisen Onkel Teuber genannt. Gemeinsam mit  Alexej Stachowitsch haben sie am 25. Juni 1945 die Pfadfinder Österreich gegründet. ↩︎
  43. 10.11.1946 Chronik der Gruppe check im Logbuch! ↩︎
  44. Im Anschluss an das Jamboree 1951 in Bad Ischl gegründete Schule als Kombination aus einer allgemeinbildenden höheren Schule und einer Handwerksausbildung. Der erste Leiter des Werkschulheimes war von 1951–1958 Alexej Stachowitsch, der damalige Landesfeldmeister von Salzburg. https://www.werkschulheim.at/geschichte.html (12.2.2024) ↩︎
  45. Manfred Fux: Geschichte der österreichischen Pfadfinderbewegung, Wien 1970, S. 255. ↩︎
  46. Pfadfindermuseum und Institut für Pfadfindergeschichte, “Wie Österreich Veranstalter des 7. Weltjamborees wurde”, https://www.pfadfindermuseum.org/de/topics/wie-oesterreich-veranstalter-des-7.-weltjamborees-wurde.php (11.3.2024) ↩︎
  47. Olave Baden-Powell in ‚Die Maultrommel‘, Nr. 2, 9.8.1951 zit. nach Manfred Fux, Geschichte der österreichischen Pfadfinderbewegung, 1971, S. 261. ↩︎
  48. Für 800 Schillinge musste ein Facharbeiter Ende der 1950er Jahre eine Woche lang arbeiten. Monatsberichte des österreichischen Institutes für Wirtschaftsforschung, Jg. 31, Heft 10, Beilage Nr. 54, Oktober 1958, https://www.wifo.ac.at/bibliothek/archiv/MOBE/1958Heft10Beil54.pdf (25.3.2024) ↩︎
  49. Logbuch der Patrulle Schwalben, Eintrag vom 15.11.1958. ↩︎
  50. Das „World Scout Indaba“ war ein Treffen der Pfadfinderleiter welches drei Mal in den Jahren 1952, 1957 and 1960 stattfand. Die Bezeichnung für eine wichtige Versammlung stammt aus der Sprache der Zulu oder Xhosa von Südafrika. ↩︎