Wilde Jagd

Ende Februar durften sich die RaRo im Umfeld von Gois im Freien bewegen. Nach einer kurzen Andacht beim Goiser Kircherl mit geschichtlichen Informationen durfte jeder zum Ausgangspunkt des Geländespiels aufbrechen. Im nahegelegenen gut eingegrenzten Wäldchen ging die “Wilde Jagd” los. Es galt von den verbliebenen RaRo die Habergoas, den Riesen Abfalter und den Saurüssel (Saubr) im Gelände ausfindig zu machen. Diese drei Gestalten versteckten sich und machten sich mit ihren typischen lauten bemerkbar, da es sonst unmöglich wäre sie zu finden.
Die Gestalten der Wilden Jagd wollten wiederrum nicht gefunden werden, da sie sonst immer ein Leben verlierten. Das Spiel war zeitlich begrenzt und am Ende mussten alle zum Lagerfeuer finden. Mit Abstand verabschiedeten wir uns am Ende alle wieder.

 

Gut zu Wissen: Die Wilde Jagd
Die Wilde Jagd vom Untersberg (das Wilde Gjoad) ist ein uralter Brauch im Untersbergraum im Salzburger Land. Im Advent 1949 wurde er in einer Neuform wiederbelebt und zählt seither zu den fixen Bestandteilen im Salzburger Brauchkalender.
In diesem uralten Brauch der “Wilden Jagd vom Untersberg” verbinden sich christliches Brauch, heidnische Überlieferung und historische Wahrheit. Vermutlich geht das wilde Treiben auf keltische Rituale zurück, die den Gott der Stürme und der kalten Winterwinde besänftigen sollten. Die Wilde Jagd war wie viele andere Bräuche lange Zeit verboten. Es drohten bittere Strafen bei Nichtbeachtung des Verbotes. Trotzdem wurde die Wilde Jagd vom Untersberg bis in unsere Zeit gut überliefert, allerdings änderte sich die Form des Brauches.

Die Figuren der Wilden Jagd vom Untersberg sind nicht zufällig zwölf Personen: Die zwölf Nächte zwischen dem Thomastag am 21. Dezember und dem Fest der Heiligen Drei Könige am 6. Jänner spielten eine große Rolle im Volksglauben. Diese zwölf Nächte werden Raunächte genannt. Diese Zeit galt früher als die finsterste Zeit des Jahres, die voller Geheimnisse, Zaubereien und Weissagungen war.

Die zwölf Gestalten (Vorpercht, Tod, Rabe, Moosweiberl, Baumpercht, Hahnengickerl, Riese Abfalter, Bär, Bärentreiber, Hexe, Habergeiß, Saurüssel) bilden zusammen ein sehr mystisches Bild, das im flackernden Schein der Fackeln ziemlich unheimlich wirkt. Dumpfe Trommelschläge und der schrille Klang von Flöten oder Klarinetten verstärken diesen gespenstischen Eindruck.

Die Schar zieht nun lärmend und polternd in die dunkle Nacht hinein, erhellt von Fackeln, die meistens von Mädchen getragen werden. Ähnlich wie beim Kramperltreiben werden die Neugierigen, die vom Lärm angelockt werden, oft “verklopft” (vertrieben) und erschreckt.

Der Zug eilt auf den Wegen und Straßen dahin, zieht aber auch über die freien Felder. Vor einzelnen Bauernhäusern hält der Zug an und der Vorpercht, eine Figur der Wilden Jagd, ruft den Spruch ins Haus: “Glück hinein, Unglück hinaus, es zieht das Wilde Gjoad ums Haus!” Dann folgt ein Rundtanz der Figuren, begleitet von Trommelschlägen und Klarinettenklang. Zum Schluss dann liegt das Wilde Gjoad zur Reverenz flach auf dem Boden.

Nach uraltem Glauben sollen mit diesem Lauf Fruchtbarkeit, Glück und Segen im Haus einziehen. Es ist ein so genannter “Rüge-Brauch”, bei dem nicht verurteilt, sondern nur Nachschau gehalten wird.

Quelle: https://www.sn.at/wiki/Die_Wilde_Jagd_vom_Untersberg