RaRo: SoLa 2020 – Roadtrip durch Österreich

RaRo ·  · 02.09.2020 ·  , , , ,

 

Da uns Corona dieses Jahr leider einen Strich durch die Rechnung gemacht hat mussten wir unser eigentliches Ziel, Tschechien, leider absagen und entschieden uns, eine Österreich Rundreise zu machen. Die Reise traten wir in drei gemieteten 9-Sitzer Bussen und einem Auto an.

 

Zu einer noch humanen Zeit, Punkt 09:00, fanden sich alle am Georgsgrund ein. Die Busse wurden aufgeteilt und gleich sehr kreativ benannt. Um 09:30 machten sich Bus Maulomöven, Bus Efkogurkerl, Bus Leberkas und Auto Michi auf den Weg Richtung Oberösterreich. Unseren ersten Stopp nutzten wir, um einen Spaziergang zur Schlögener Schlinge, einer Flussschlinge der Donau nahe Linz zu unternehmen. Unsere Hoffnung auf ein Café wurde zunichte gemacht, doch davon ließen wir uns nicht unterkriegen, sondern fuhren ein Stück weiter nach Bad Mühllacken. Geplant war ein Spaziergang zu einer Moststube. Dass aus diesem „Spaziergang“ eine Wanderung wurde, es zu regnen begann und die Mostschank auch noch auf Betriebsurlaub war, hob unsere Stimmung nicht gerade. Um unser Abendessen kamen wir allerdings nicht, und so ließen wir unseren ersten Abend in einer anderen Mostschank, ausklingen. 

 

Gleich am nächsten Tag teilten wir uns Busweise auf: Bus Leberkas fuhr vor ins Freibad Moby Dick, während andere noch gemütlich ausschliefen. Nach einiger Zeit kam der zweite Bus nach, die anderen genossen in der Altstadt von Freistadt einen Kaffee, und fuhren dann vor zu unserem nächsten Halt: die Burgruine Prandegg, die uns als Schlafplatz dienen sollte. Von einem Turm der Ruine hatte man einen wunderschönen Blick über Schönau im Mühlkreis, welcher umso romantischer mit dem gleichzeitig stattfindenden Sonnenuntergang wurde. Am Lagerfeuer ließen wir den Abend mit einigen Lieder-Klassikern ausklingen.

 

Von der Sonne geweckt werden, mit Blick auf die Ruine aufwachen, duschen und gemütlich frühstücken; so startete bei uns Tag 3. Während sich die Busse Efkogurkerl,  Maulomöven und Auto Michi auf den Weg zu einem Tagesausflug zu Stauseen machten, spaltete sich Bus Leberkas erneut ab und machte sich auf eine 2-stündige Fahrt Richtung Rožmberk nad Vltavou (dt. Rosenberg), Tschechien. Nach einem gemeinsamen Mittagessen und der Besichtigung der Burg Rosenberg trafen wir alle wieder zusammen, und fuhren ins nächste Bundesland: Niederösterreich. Für die nächsten zwei Tage würden wir bei der Familie Groll auf deren Weingut übernachten. Auf Schus Nachfrage, wie es mit den Lagerliebeleien ausschaut, starteten einige dubiose Lagerbeziehungen. Ansonsten wurde gegrillt, unter der eiskalten Gartendusche geduscht, gepflöckelt, der hauseigene Wein probiert und am Lagerfeuer einige interessante Runden „Blackstories“ gespielt. 

 

Am Mittwoch bekamen wir eine Führung durch die Flaschenabfüllanlage und das Kühlhaus der Gemeinschaft. Danach entschieden sich einige eine Wanderung über das Weingut zu machen, andere schauten sich eine Ruine an und fuhren erneut zu den Stauseen, und eine Gruppe fuhr ins Motorradmuseum b. Krems a. d. Donau. Außerdem genossen einige das biologische Wasser im Kurringerbad in Dürnstein. Am Abend stieß Andrea mit ein paar Tagen Verspätung zu uns dazu. 

 

Kaum zu glauben, aber ein Gruppenausflug stand auf dem Programm: ein Tagesausflug nach Bratislava, Slowakei. Eine erneute Burgbesichtigung ließen sich einige nicht nehmen und ein Eis war bei der Hitze nicht zu umgehen. Zurück in Österreich, ganz knapp Burgenland, ließen wir uns den Sonnenuntergang beim Aussichtspunkt Braunsberg nicht nehmen und spielten am Abend noch einige Runden Hadschball. 

 

Die Temperatur war für die frühe Uhrzeit schon sehr hoch und so besuchten wir das Bergbad Hainburg, wonach es anschließend zu unserem ersten (und einzigen) Pfadiheim ging, in Neusiedl am See. An diesem Abend wurde abgesehen vom Behandeln teils sehr starker Sonnenbrände eine Idee geboren: die GLOCKEN, unsere eigene kleine Lagerzeitung, wird veröffentlicht werden.

 

Ausgeschlafen ging es zum Neusiedler See. Nach der Besichtigung des kleinen Leuchtturms in Podersdorf fand es eine Gruppe schön, sich Boote auszuborgen und damit auf den See hinauszufahren. Auf unsere Frage, ob uns das bevorstehende Unwetter Sorgen bereiten sollte, antwortete uns die Rezeptionistin trocken: „Also bei uns regnets nie!“ Ganze zwanzig Minuten später wurde die Bootgruppe mit prasselndem Regen für ihr Vertrauen belohnt und konnten mit dem 5 km/h schnellen Boot wieder umdrehen. Da hatten es die anderen im Café doch besser getroffen. Das Waten zurück zu den Autos durch das kniehoch stehende Wasser gestaltete sich lustig, und zurück im Heim konnten wir uns wieder aufwärmen. Außerdem gesellte sich nach einer Woche Lotta zu uns, für den heutigen Tag durften wir unseren Gast Nina begrüßen, dafür mussten wir uns allerdings von Joschi verabschieden. 

 

Kurz ging es nach Niederösterreich zurück, denn wir wollten in Mönichkirchen-Mariensee Mountainkart/Roller fahren. Nach der ersten Abfahrt und einem Mittagessen oben fing es leider an zu regnen, sodass einige eine sehr schlammige Abfahrt hatten. Auf dem Weg in die Steiermark hielten wir für einen kleinen Zwischenstopp in St. Corona am Wechsel, um beim Ortsschild ein lustiges Gruppenfoto zu machen, und in Güssing, für einen Kaffee – Güssi hat sich gefreut. 

 

Am Abend davor wurde der Maulomöven-Bus in einem Acker festgefahren, den wir mit Hilfe des Bauers und dessen Traktors losfahren konnten. Nach einem kurzen Zwischenstopp im Freibad Seerosenbad in Kirchberg a. d. Raab gings zur Schokoladenfabrik Zotter. Nach einem kurzen Einführungsfilm durften wir uns frei durch das Gebäude bewegen. 365 Schokoladensorten und 43 Trinkschokoladensorten später ging es für einen Verdauungsspaziergang in den angrenzenden Tierpark samt amüsanten Ideenfriedhof. Anschließend gings nach Slowenien, wo wir für die nächsten Tage in der Ausschank „Robert Sahornik“ blieben. In dessen Ofen buken wir uns sehr schmackhafte Pizzen. Am Lagerfeuer wurde Maxls Geburtstag gebührend gefeiert und da es auf Roberts Grundstück auch eine 27,5 Meter hohe Aussichtswarte gab, blieb so mancher bis in die frühen Morgenstunden wach, um von dort mit Blick auf die Südsteiermark und Marburg den Sonnenaufgang zu bewundern. 

 

Am Tag darauf wurde die Hitze schon unerträglich, deshalb entschied sich Bus Leberkas wieder ins Freibad zu fahren, wo im Becken sehr zur Freude der anderen Badegäste einige Hahnenkämpfe ausgefochten, eine Wasserschlacht nach der anderen geführt, und sehr viel gedümpfelt wurde. Der Bus Efkogurkerl und Auto Michi schleppten sich in der Zwischenzeit in der kleinen, aber feinen Innenstadt von Maribor von einem klimatisierten Café zum anderen, während Bus Maulomöven am Lagerplatz blieb.

 

Die Hitze von gestern blieb uns verwehrt, leider war für den Nachmittag ziemliches Schlechtwetter angesagt. So teilten wir uns auf: die eine Hälfte fuhr ins Hallenbad in Fohnsdorf, die andere Hälfte besichtigte das Luftfahrtmuseum. Doch das Glück war an diesem Tag nicht auf unserer Seite, denn das Museum hatte nicht offen; stattdessen ging es ins Planetarium. Doch auch die andere Hälfte hatte es nicht besser: Bus Leberkas hatte solche Probleme, dass wir mit 40 km/h auf dem Pannenstreifen der Autobahn dahintuckerten. Wie sich im Nachhinein herausstellte, war der Thermostat beschädigt. Großen Dank nochmal an Güssi, der den Nachmittag über beim Mechaniker blieb und dafür sorgte, dass das entsprechende Ersatzteil per Overnight-Express bestellt wurde! 

 

Um 08:00 fuhr Güssi mit dem Auto in die Werkstatt, und schon um 11:00 konnten wir es glücklicherweise wieder abholen. (Achtung, neues Bundesland: Kärnten!) Dann besuchten wir das Strandbad am Faaker See. Um schon einmal für die am nächsten Tag bevorstehende Schlauchbootfahrt zu üben, nahmen wir unser eigenes Schlauchboot mit. Ein paar wagemutige Kletterer begaben sich noch in den Hochseilkletterpark. 

 

Wie vorher erwähnt, ging es heute für uns für eine Schlauchbootfahrt auf die Drau. Für die Strecke zwischen Dellach und Sachsenburg brauchten wir knappe 3 ½ Stunden. Aufgeteilt in vier 8er-Boote gab es auch so manche Wasserschlachten, und natürlich auch Gerangel um den ersten Platz, und um auch auf dieser Position zu bleiben, musste man wohl oder übel gemeinsam an einem Strang ziehen und im Takt rudern. Die dabei am häufigsten zu hörenden Befehle waren „Pull! Pull! PULL!“ , „Rechts! Links!“ und  „Uuuund Schlag! Uuuuunnndd Schlag!“. Dann doch erschöpft und mit Sonnenbränden auf unseren Knien („aba mia ham uns doch vorher eingschmiert?“) fuhren wir weiter zu unserem Schlafplatz für den heutigen Abend, in Iselsberg-Stronach, Tirol. Dort trafen wir auf die Tennengauer Pfadfinder, mit denen wir allerdings nicht in Franzis Geburtstag reinfeierten. 

 

Nachdem wir kurz Martin am Bahnhof absetzten, gings los zur Großglockner Hochalpenstraße, wo wir nach einigem Fluchen und Verwünschungen bei der Kaiser-Franz-Joseph Höhe ankamen. Von Tirol aus zurück nach Kärnten und jetzt wieder zurück in Salzburg, hielten wir bei einigen Schneehaufen an, worauf kurz eine heftige Schneeballschlacht entbrannte. Übernachtet wurde auf einem Sportplatz in Zell am See, welcher von uns eifrig genutzt wurde. Am Abend verabschiedeten wir uns von Adrian und Matthias und spannten aufgrund des ziemlich starken Regens die Lkw Planen zwischen den Autos auf, worunter einige auf Feldbetten schliefen, andere hatten es sehr kuschelig in den Autos. 

 

Der letzte Lagertag begann ziemlich ruhig, da wir noch ziemlich übernächtig waren. Zurück in Maxglan reinigten wir noch gemeinsam die Autos und ehe wir uns versahen, waren wir schon im Schlusskreis und gaben den Händedruck durch. 

Alles in allem hat man wieder einmal vor die Augen geführt bekommen, dass man manchmal gar nicht weit weg fahren muss, um schöne Plätze zu besuchen oder Abenteuer zu finden. Danke Österreich und Gut Pfad!

– Sandra Klima

 

Erstellerkommentar: Hier eine kleine, aber feine Auswahl an Eindrücken vom Lager. Alle Fotos sind beim nächsten Besuch im Roverheim zu sehen ;)