Ein Wochenend Gesäuse

Eine Hand voll Hands fand sich am Freitagabend 9. Oktober in der Obersteiermark ein, das Herbstlager ruft. Erste Lagerbesprechungen fanden beim Brückenwirt in Admont statt, dort logierte bereits Kaiser Franz Josef, so glaubten wir. Der Wirt belehrte uns eines Besseren, denn das Gemälde mit den Staatsherren an der Wand hatte nichts mit dem Gästehaus zu tun. Jedoch soll der Kaiser bei diversen Jagdreisen ins Gesäuse nebenbei für ausreichende Nachkommenschaft in seinem Revier gesorgt haben. Reiseleiter Robert, stets unser geographisches As im Ärmel, bescherte uns dann einen wunderschönen Schlafplatz mit Feuerstelle an einem Bächlein wo uns die ansässigen Bauern bereitwillig mit Feuerholz versorgten. Ein Vormittag im verschlafenen Admont führte uns zum Stift, denn die größte Klosterbibliothek der Welt wollten wir uns keinenfalls entgehen lassen. Über 200.000 Bücher werden hier gelagert und ein Teil davon kann in der eben neu renovierten Bibliothekshalle besichtigt werden. Zu Mittag folgte der geistigen die körperliche Herausforderung. Mit den Autos gelangten wir vorerst zur Oberst-Klinke-Hütte auf über 1.400 m, einst ein Alpinausbildungszentrum. Zu Fuß erklommen wir dann den recht felsigen Kalbling (2.196 m) und das Sparafeld (2.247 m). Wolken und Nebel verhinderten die Sicht ins Tal und zeitweise wurde der Marsch durch Nieselregen begleitet. Zur Belohnung gabs Kasnockn mit Steirerkas, denn wir waren der Meinung das verdient zu haben. Zurück ins Tal rollten wir dann vor allem deswegen wieder, da die Oberst-Klinke-Nächtigungspreise ein Bleiben vergraulten. Als bekennende Sparschläfer wählten wir dann doch den Bahnsteig in Admont, wo um diese Zeit ohnehin kein Bahnverkehr mehr stattfindet, der unsere Träume hätte stören können; Und für Bahnhofsschläfer gibt’s außerdem noch keine Tarifbestimmungen. Am Sonntag erforschten wir dann die Schmalstelle der Enns zwischen Admont und Hieflau, bevor wir uns wieder in alle Himmelsrichtungen zersprengten: Fox, der Kleinfamilienbesitzer; Mäx, tapferer Minenarbeiter; Rainer, kritischer Aufrührer; Robert, Baumeister; Armin, Weltenbummler; Jo, Forscher; Jutta, Hands-Gast; Felli, Überflieger. Die einen arbeiten oder studieren in Wien, der andere in Salzburg, wieder ein anderer in Graz und Leoben. Schön, wenn es immer wieder Anlässe gibt, an denen man sich wieder begegnet.

Seit dem Lager dürfen wir außerdem zwei neue Hands begrüßen: Armin und Rainer. Mit Vorzug bewältigten sie ihre Überstellung, beglückten uns mit Schattentheater und Kochkunst und ließen sich auch durch Mäxs kniffliger Millionenshow nicht aus der Bahn werfen. Besonderer Dank an unser lebendiges Pfadfinderlexikon Josef Reischl, welcher als Telefonjoker die beiden Ratlosen in die Zielgerade zur Sparte der Hands leitete.